Nur knapp 800 Euro im Monat: So halten sich sächsische Studis über Wasser

Leipzig - Die Mehrheit der Studierenden in Sachsen arbeitet neben dem Studium.

Kellnern ist ein beliebter Nebenjob bei den Studis.
Kellnern ist ein beliebter Nebenjob bei den Studis.  © 123RF

"Der Trend zum Jobben zeigt nach oben", sagte Ulf Walther vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau. "Das liegt unter anderem daran, dass die Anhebung des BAföG und die anrechenbaren Freibeträge nicht mit der realen Einkommensentwicklung Schritt hält." Im Ergebnis hätten so weniger Studierende Anspruch auf staatliche Unterstützung, obwohl der Bedarf nicht gesunken sei.

Studierenden in Sachsen standen im Jahr 2016 knapp 800 Euro monatlich zur Verfügung. Den Löwenanteil am Geld, das die Studierenden zum Leben haben, leisten immer noch die Eltern - 86 Prozent der Befragten gaben an, von ihnen finanziell unterstützt zu werden. Dennoch jobben 68 Prozent der Befragten neben ihrem Studium - durchschnittlich verdienen sie damit 385 Euro pro Monat.

Stefan Grob, Pressesprecher des Deutschen Studentenwerks, wies auf die Schere zwischen Ost und West hin. "Unsere Sozialerhebung hat gezeigt, dass Studierende in ostdeutschen Bundesländern deutlich weniger Geld zu Verfügung haben." In Hamburg können Studierende mit 1023 Euro haushalten, mehr als 200 Euro mehr als in Sachsen. Das hänge aber auch mit den Lebenshaltungskosten zusammen - in ostdeutschen Bundesländern seien sie viel niedriger.

Über die Hälfte aller sächsischen Studenten geht einem Nebenjob nach.
Über die Hälfte aller sächsischen Studenten geht einem Nebenjob nach.  © DPA

Nebenjobs finden viele sächsische Studierende mit Unterstützung der Studentenwerke.

In Leipzig gibt es seit 1991 eine studentische Jobvermittlung. "Die Angebotspalette reicht von Tagestätigkeiten wie die Arbeit als Umzugshilfe bis zu längerfristigen Tätigkeiten mit dafür notwendigen Fachkenntnissen", erläuterte Michael Mohr vom Studentenwerk Leipzig.

Anders arbeiten die Career Service Center, die an die sächsischen Universitäten angegliedert sind. "Bei uns geht es eher darum, Studenten einen fachbezogenen Job oder ein Praktikum zu vermitteln, oder den Berufseinstieg zu erleichtern", erklärte Kathy Küchenmeister, stellvertretende Leiterin des Career Service der TU Dresden.

Holm Retsch, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbands Dehoga in Leipzig sagte: "Studenten werden im Gaststättenbereich immer gebraucht." Da habe sich auch in den letzten zehn Jahren mit der Umstellung der Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge nichts geändert.

Ohne Studenten wären viele Bars und Kneipen aufgeschmissen. "Aber das ist kein sächsisches Phänomen. Das gilt für ganz Deutschland", betonte Retsch.

Titelfoto: DPA

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