Sachsenlotto-Chef warnt vor Kollaps des Lotto-Systems

Sachsenlotto-Geschäftsführer Siegfried Schenek (60) warnt vor einem Kollaps des staatlichen Glücksspielsystems.
Sachsenlotto-Geschäftsführer Siegfried Schenek (60) warnt vor einem Kollaps des staatlichen Glücksspielsystems.  © Ralf Seegers

Leipzig - Illegale Anbieter von Lotto- und Sportwetten graben Sachsens Lottogesellschaft das Wasser ab. Geschäftsführer Siegfried Schenek (60) rechnet gar mit einem Kollaps des staatlichen Glücksspielsystems.

Nein, es war kein gutes Jahr für Sachsenlotto und seine Tipper-Gemeinde. Kein einziger Millionengewinn ging 2017 in den Freistaat, die hier ausgeschüttete Gewinnsumme sank auf 147 Millionen Euro (2016: 154 Mio Euro) und die staatlichen Glücksspielveranstalter nahmen mit 299,5 Millionen rund 12 Millionen weniger ein als im Vorjahr.

Neben geringeren Jackpots macht Lotto-Chef Schenek vor allem die illegale Konkurrenz dafür verantwortlich. „Wir haben eine dramatische Entwicklung im Bereich der Schwarzanbieter“, meint Schenek. Gemeint sind Online-Casinos und Sportwetten-Anbieter, die ihrer Firmensitze auf Malta oder in Gibraltar haben.

Ob Lottoland, OnlineCasino oder Tipico - für Schenek sind das „Illegale“, die für das Glücksspiel in Sachsen keine Lizenz haben und nicht den strengen staatlichen Auflagen unterliegen wie Sachsenlotto. Die genannten Firmen ihrerseits berufen sich auf Lizenzen anderer EU-Länder und die EU-Dienstleistungsfreiheit.

Scheneks Prognose klingt düster: „Es wird zur Folge haben, wenn es so weiter geht, dass das staatliche Glücksspiel kollabiert“, raunte der Lottochef bei der gestrigen Bilanz-Präsentation. Für den Freistaat wäre das fatal.

Denn auch 2017 führte Sachsenlotto seinen Reinerlös von 65 Millionen Euro an den Freistaat ab - Geld das Sachsens Sportvereinen, Wohlfahrtsverbänden und Musikschulen zugute kommt.


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