Ein Sachse kämpft gegen die Flammen im Regenwald

Leipzig/Santa Cruz - Feuer-Inferno außer Kontrolle: Seit zwei Monaten zerstören Flammen in Bolivien den Regenwald. Beim Kampf gegen die Katastrophe riskiert auch der Sachse Thomas Kühnel (40) sein Leben, der als Jugendlicher mit seiner Familie in das ferne Land ausgewandert war.

Der Sachse Thomas Kühnel (40) zusammen mit weiteren Helfern im bolivianischen Rettungseinsatz.
Der Sachse Thomas Kühnel (40) zusammen mit weiteren Helfern im bolivianischen Rettungseinsatz.  © privat

Schon mehrere Helfer und Feuerwehrleute kamen bei den Einsätzen ums Leben. "Du fährst in den Wald rein, rechts und links lodert das Feuer. Es besteht immer die Gefahr, dass ein Baum umkippt, unserem Laster den Weg versperrt und die Flammen den Rückweg unmöglich machen", beschreibt der gebürtige Leipziger seine Einsätze in den Brandgebieten.

Mit 16 war er mit Eltern und Bruder ins bolivianische Santa Cruz nach Südamerika ausgewandert. Er lernte Spanisch, studierte Marketing, lernte dabei seine spätere Frau Lizeth (40) kennen.

Seine Eltern kehrten auch wegen der miesen medizinischen Versorgung zurück in die Heimat, Thomas blieb. Heute hat er drei Kinder.

Die großen Feuer wurden absichtlich gelegt!

Die Flammen im Regenwald wüten seit Ende Juli, nachdem geplante Rodungen (um Ackerland zu gewinnen) außer Kontrolle gerieten. Millionen Hektar Wald und Wiesen, Tausende Tiere und Häuser wurden vernichtet. "Das macht mich sehr traurig", bedauert er.

Um die wenigen Feuerwehrleute und Helfer zu unterstützen, fährt der Marketing-Chef mit anderen Freiwilligen in seiner Freizeit ins verbrannte Hinterland, versorgt Obdachlose mit Wasser, Medikamenten und Nahrung.

Mit Schaufel kämpft er gegen die immer wieder neu auflodernden Glutnester. "Wir bräuchten mehr internationale Hilfe", klagt der Sachse. "Aktuell können wir nur auf ein Wunder hoffen, dass es bald sehr viel regnet."

Immer wieder entflammen Glutnester neu, lösen weitere Brände aus.
Immer wieder entflammen Glutnester neu, lösen weitere Brände aus.  © privat
Das Flammeninferno zerstörte bereits Millionen Hektar Regenwald, wie hier den geschützten Chiquitano-Trockenwald.
Das Flammeninferno zerstörte bereits Millionen Hektar Regenwald, wie hier den geschützten Chiquitano-Trockenwald.  © picture alliance/dpa

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