Bürgerbeschwerden: Wird die Waffenverbotszone in der Eisenbahnstraße abgeschafft?

Leipzig - Beinahe ein Jahr ist es bereits her, dass auf der Leipziger Eisenbahnstraße eine Waffenverbotszone eingerichtet wurde. Aktuell wird Bilanz gezogen - einige Anwohner sprechen sich klar gegen das Fortbestehen der Zone aus.

Seit bisher einem Jahr wird auf der Eisenbahnstraße ganz genau kontrolliert.
Seit bisher einem Jahr wird auf der Eisenbahnstraße ganz genau kontrolliert.  © Christian Charisius/dpa

"Die Waffenverbotszone im Kiez um die Eisenbahnstraße hat, statt das kollektive Sicherheitsgefühl zu stärken, den Alltag der Menschen durch permanente Überwachung und Diskriminierungserfahrungen erschwert", beschwert sich ein Bündnis von Anwohnern und lokalen Initiativen auf dem Blog "Cop Watch L.E.". Mit zehn Forderungen will das Bündnis ihrer Kritik an der Waffenverbotszone Ausdruck verleihen.

Unter anderem wird in den Forderungen die Kontrollpraxis der Polizei in Frage gestellt. "Die Anknüpfung an das Aussehen, wie Hautfarbe, vermeintliche Herkunft oder Religion, sowie unterstellte Armut oder Drogenkonsum ist unzulässig und doch gängige Praxis", so die Aussage. Auch ein teilweise gewalttätiges Vorgehen der Beamten wird kritisiert.

Die Wirkung der Waffenverbotszone sorge außerdem dafür, dass Menschen nicht mehr zu sozialen und kulturellen Projekten im Viertel kommen, entweder aus Angst vor den angeblich "Kriminellen" oder vor der Polizei. Dies betreffe vor allem Angebote für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen.

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Eine Weiterführung der Waffenverbotszone sei deshalb nicht tragbar.

Anfang November 2018 war die etwa 70 Fußballfelder umfassende Zone rund um die Leipziger Eisenbahnstraße eingerichtet worden. Messer, Hammer, Äxte, Schlagstöcke, Reizgas oder Schreckschusspistolen dürfen seitdem nicht mehr getragen werden. (TAG24 berichtete)

Die Polizei darf verdachtsunabhängig kontrollieren. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Schon im November 2018 gab es Beschwerden gegen das Einrichten der Waffenverbotszone.
Schon im November 2018 gab es Beschwerden gegen das Einrichten der Waffenverbotszone.  © Hendrik Schmidt/dpa

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