Emotionaler Brief: Familie der getöteten Sophia übt harte Kritik an Polizei

Leipzig/Bayreuth/Spanien - In einem offenen Brief übt die Familie der verstorbenen Tramperin Sophia L. (28) Kritik an der Polizei.

Sophia L. wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.
Sophia L. wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.  © Polizei

In den letzten Wochen gingen die Angehörigen und Freunde der jungen Frau durch die Hölle. Die Hoffnung, Sophia L. könnte noch leben, starb schnell, während immer mehr Details über den Verbleib der 28-Jährigen ans Licht kamen. Am vergangenen Freitag war endgültig klar: Sophia ist tot (TAG24 berichtete).

Doch anscheinend hatte die Polizei den Fall zunächst gar nicht ernst genommen. Das zumindest ist den Worten zu entnehmen, die ihre Familie an die Gesetzeshüter richtet: "Wenn das nächste Mal tief besorgte Menschen zu Ihnen kommen und ihre Tochter als vermisst melden, weil ihr Verhalten dem Gewohnten nicht entspricht, dann wünschen wir uns, dass Sie diese Menschen sofort ernst nehmen und nicht mit Verletzungen reagieren."

Offenbar sollen die Ermittlungen auch dadurch verzögert worden sein, dass sich die verschiedenen Direktionen gegenseitig die Verantwortung zuschoben. Auch scheinen Angehörige und Freunde teils keine Informationen bekommen haben: "Wenn das nächste Mal verzweifelte Menschen zu Ihnen kommen, dann sprechen Sie mit ihnen, informieren Sie sie und verschweigen Sie ihnen nichts. Sie vergrößern und verlängern ihr Leid nur unnötig", so die Bitte in dem Schreiben.

Zum Abschluss findet Sophias Familie klare Worte für die Ermittler: "Liebe Polizei, die Menschen würden Ihnen gerne vertrauen, enttäuschen Sie sie nicht wieder, lassen Sie sie das nächste Mal nicht alleine, folgen Sie Ihrem Motto 'Dein Freund und Helfer'."


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