Leipziger Münzdieb heimlich auf Bewährung verurteilt

Leipzig - Es war einer der spektakulärsten Diebstähle aus sächsischen Museen: Über Jahre erleichterte ein Angestellter das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig um wertvolle Münzen. In aller Stille hat die Justiz diesen ungeheuerlichen Kriminalfall abgeschlossen.

Informierte erst nach zehn Monaten über den rechtskräftigen Strafbefehl gegen den ehemaligen Stadt-Angestellten: Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.
Informierte erst nach zehn Monaten über den rechtskräftigen Strafbefehl gegen den ehemaligen Stadt-Angestellten: Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.  © Ralf Seegers

Thomas M. (50) arbeitete als Buchbinder in den Depots des Stadtmuseums. Doch sein wahres Interesse galt nicht alten Schriften, sondern historischen Münzen. Und so bediente sich der Hobby-Numismatiker unverfroren am Münzschatz der Stadt Leipzig.

Zwischen Januar 2012 und Oktober 2016 stahl er nach Auskunft der Staatsanwaltschaft mindestens 643 historische Münzen aus den Sammlungen. Gesamtwert: 567. 870,74 Euro! Den Großteil verscheuerte M. über eBay, verschaffte sich so ein passables Nebeneinkommen. Erst als ein Numismatiker im Internet eine seltene Münze entdeckte und diese dem Museum zuordnete, flog der Skandal auf.

Wie die Justiz erst am Montag mitteilte, wurde der gefeuerte Buchbinder bereits im Mai 2018 zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und einer fünfstelligen Geldstrafe verurteilt. Ohne Prozess - auf Grundlage eines Strafbefehls, den der geständige Dieb sofort akzeptierte.

Von den gestohlenen Münzen konnte das Museum übrigens bislang nur etwa 100 zurückerlangen.

So berichtete TAG24 2016 über den Münzen-Diebstahl im Stadtgeschichtlichen Museum zu Leipzig.
So berichtete TAG24 2016 über den Münzen-Diebstahl im Stadtgeschichtlichen Museum zu Leipzig.  © Dresdner Morgenpost

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