So lange müssen sich Eltern noch über die Tatra-Bahnen ärgern

Die gelben Tatra-Bahnen soll bis spätestens 2021 vollständig durch moderne Niederflur-Fahrzeuge abgelöst werden. (Archivbild)
Die gelben Tatra-Bahnen soll bis spätestens 2021 vollständig durch moderne Niederflur-Fahrzeuge abgelöst werden. (Archivbild)  © DPA

Leipzig - Wer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, für den kann die Fahrt mit der Straßenbahn zum Lottospiel werden. Kommt statt der modernen Tram eine alte Tatra-Bahn, gibt es nur einen kleinen Niederflur-Beiwagen mit wenig Stellfläche.

In diesem Fall kann es für Eltern mit Kinderwagen in der Straßenbahn schnell eng werden. Das Problem ist nicht neu, doch für die Betroffenen seit Jahren besonders ärgerlich.

Das hat auch die Freibeuter-Fraktion im Leipziger Stadtrat bemerkt. Sie fragte bei der Stadtverwaltung nach, wie die sogenannten modernen Niederflur-und die alten hochflurigen Tatra-Bahnen eingesetzt werden.

Nach Angaben der Verwaltung verkehren die gelben Tatra-Straßenbahnen in den Hauptverkehrszeiten auf ausgewählten Linien, besonders auf der Linie 8 zwischen Grünau Nord und Paunsdorf Nord.

Auf dieser Linie ist jede zweite Tram eine alte Tatra-Bahn mit Niederflur-Beiwagen. Anders ausgedrückt: Nur alle 20 Minuten kommt eine Bahn mit genügend Platz für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer.

41 der neuen XL-Trams sollen bis 2020 durch Leipzig rollen.
41 der neuen XL-Trams sollen bis 2020 durch Leipzig rollen.

Laut Verwaltung wählten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) diese Linie für den Tatra-Betrieb aus, weil diese bis auf zwei kurze Abschnitte in Grünau und der Eisenbahnstraße immer parallel mit anderen Linien verkehrt.

Ist in der Linie 8 kein Platz mehr für den Kinderwagen, können Fahrgäste also in eine andere Linie einsteigen, in der nur Niederflurfahrzeuge fahren.

"Es wird so unter dem Kriterium der Nutzerfreundlichkeit dass unter den gegebenen Bedingungen bestmögliche Niederflurangebot realisiert", heißt es.

Wer im Leipziger Südwesten wohnt und regelmäßig die Linie 3 nutzt, wird sich über diese Antwort vermutlich stark wundern. Denn auch auf der Linie 3 fahren die gelben Tatra-Bahnen oft im 20-Minuten-Takt.

Das Problem: Zwischen der Endhaltestelle Knautkleeberg und dem Straßenbahnhof Angerbrücke verkehrt keine weitere Linie. Nicht selten kommt es deshalb vor, dass sich drei, manchmal auch vier Kinderwagen im besagten Niederflur-Beiwagen stapeln.

Bis 2021 soll dieser Ärger endlich vorbei sein. Dann wollen die LVB die noch 100 aktiven Tatra-Bahnen auf allen Stammlinien vollständig ablösen. Der Schlüssel dazu sind die neuen XL-Straßenbahnen, die derzeit auf ausgewählten Strecken in Leipzig unterwegs sind (TAG24 berichtete).

Bis dahin sind die Tatra-Bahnen noch in Leipzig unterwegs.

Titelfoto: DPA


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