Karl Marx sorgt für Zoff im Leipziger Stadtrat

Geschichtsstunde im Stadtrat: Am Mittwoch wurde lebhaft über Marx und dessen Werk diskutiert.
Geschichtsstunde im Stadtrat: Am Mittwoch wurde lebhaft über Marx und dessen Werk diskutiert.  © DPA

Leipzig - Karl Marx sorgt für Zoff im Leipziger Stadtrat. Ein Vorschlag der Linken, Marx anlässlich seines bevorstehenden 200. Geburtstags zu würdigen, brachte am Mittwoch vor allem die CDU auf die Palme.

Konkret ging es um das berühmteste Werk von Karl Marx, "Das Kapital". Denn das wurde in Leipzig gedruckt - genauer gesagt der erste Band sowie die Erstausgaben des zweiten und dritten Bandes.

Das nahm die Linke zum Anlass, dieses historische Ereignis entsprechend "würdigen" zu wollen. Zunächst sah die Fraktion Gedenktafeln und sogar die städtische Unterstützung für die Benennung einer öffentlichen Einrichtung vor.

Zur Stadtratssitzung am Mittwoch ging es dann aber nur noch um den Vorschlag der Verwaltung: durch Dritte finanzierte Gedenktafeln an den Orten, an denen das Werk gedruckt wurde, und die Auseinandersetzung dem Thema "Marx und Leipzig".

Hier kritisierte die CDU, es sei nicht in Ordnung, dass sich auch der Vorschlag der Verwaltung völlig unkritisch mit Marx auseinandersetze. Dies sei ein Schlag ins Gesicht all derer, die auf die Straße gegangen seien, um den Marxismus zu überwinden. Es folgte eine lebhafte Debatte über die Bedeutung von Marx und dessen Werk für den Realsozialismus und den Stalinismus im 20. Jahrhundert.

Für die Linksfraktion hielt Marco Götze dagegen, manche Ansichten von Marx seien derb, er sei aber nicht schuld am Realsozialismus gewesen. Doch Weickert blieb dabei, dass eine unkritische Würdigung der blanke Hohn gegenüber denjenigen sei, die gelitten hätten. Kritik wurde auch gegenüber der Wortwahl der Linken laut. Diese hatten in ihrem Antrag unter anderem vom "Karl-Marx-Jubiläum" gesprochen.

Am Ende konnte sich die CDU mit ihrem Ergänzungsvorschlag durchsetzen, das Gedenken an Marx in Leipzig auch mit der SED-Diktatur zu verbinden.


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