Leipzig sucht nach einem Ausstieg aus der Braunkohle

Derzeit werden rund 60 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs vom Kraftwerk Lippendorf gedeckt.
Derzeit werden rund 60 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs vom Kraftwerk Lippendorf gedeckt.  © DPA

Leipzig - Wie kann Leipzig aus der im Braunkohlekraftwerk Lippendorf erzeugten Fernwärme aussteigen? Die Antwort auf diese Frage will die Stadt im Rahmen einer Exit-Strategie erarbeiten.

Das beschloss der Stadtrat am Mittwoch. Dabei geht es um zwei Szenarien: Einen Ausstieg aus durch Braunkohleverstromung erzeugten Fernwärme im Jahr 2023 oder im Jahr 2030.

Geprüft werden soll, wann der Ausstieg technisch machbar wäre und welche ökonomischen Folgen er für die Leipziger Stadtwerke, den Mutterkonzern LVV sowie den Haushalt der Stadt Leipzig hätte.

Auch der aktuelle und zukünftige Wärmeverbrauch auf Basis der Einwohnerentwicklung Leipzigs und die finanziellen und sozialen Auswirkungen auf die Endkunden sollen berücksichtigt werden.

Die jetzige Fernwärme-Erzeugung aus der Kohleverstromung des Kraftwerks Lippendorf decke mehr als die Hälfte des Leipziger Fernwärmebedarfs, so die Grünen und Linken in einem gemeinsamen Antrag. Mit der Exit-Strategie solle die "bisherige Systemrelevanz" des Kraftwerks Lippendorf für die Stadt Leipzig abgebaut werden.

Da die Verträge für die Fernwärme im Jahr 2023 neu verhandelt werden, sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit einem Ausstieg zu befassen und eine Exit-Strategie zu entwickeln, so die Antragssteller.

Dass ein Ausstieg aus der Braunkohle bereits zu diesem Zeitpunkt realistisch ist, wurde im Stadtrat am Mittwoch aber von einigen bezweifelt.

Titelfoto: DPA


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