Leipziger Heizpilze sind gerettet! Steigen dafür die Bierpreise?

Ein Heizpilz-Verbot wird es in Leipzig nicht geben. Stattdessen werden künftig Nutzungsgebühren erhoben.
Ein Heizpilz-Verbot wird es in Leipzig nicht geben. Stattdessen werden künftig Nutzungsgebühren erhoben.  © DPA

Leipzig - Eine Umweltfrage spaltet den Leipziger Stadtrat: Sollten Heizpilze auf Freisitzen verboten werden? Am Mittwoch wurden Sinn und Unsinn von Heizpilzen in einer fast schon philosophischen Debatte diskutiert. Das Ergebnis: Leipzigs Gastronomen müssen für ihre Wärmestrahler zahlen...

Ursprünglich hatten Linksfraktion und Grüne im Stadtrat den Plan, die wärmenden Umweltsünder aus dem Stadtbild zu verbannen.

Die Stadtverwaltung hatte als Gegenvorschlag zum Heizpilz-Verbot angeregt, Leipzigs Wirte für ihre Wärmestrahler zahlen zu lassen und so deren Zahl zu reduzieren.

Die SPD setzte dagegen auf eine freiwillige Selbstverpflichtung Für jeden eingesetzten Wärmestrahler sollten Leipzigs Gastronomen demnach jährlich einen Baum pflanzen.

In der Stadtratsdiskussion wurde schnell deutlich, dass Linke und Grüne eigentlich noch immer mit einem Verbot liebäugeln.

So zählte die stellvertretende Chefin der Linksfraktion, Franziska Riekewald, gleich mehrere Großstädte auf, in denen die Wärmestrahler erfolgreich aus der Stadt verbannt wurden.

Im Stadtrat wurde am Mittwoch ausgiebig über die Nutzung von Heizpilzen in Leipzig diskutiert. Insgesamt soll es in der Stadt etwa 500 Stück geben.
Im Stadtrat wurde am Mittwoch ausgiebig über die Nutzung von Heizpilzen in Leipzig diskutiert. Insgesamt soll es in der Stadt etwa 500 Stück geben.  © DPA

Der Fraktionschef der Grünen, Norman Volger, ergänzte, dass die beliebten Heizpilze vor allem für den Gastronom von Vorteil seien. Als umweltfreundliche Alternative zum Wärmestrahler empfahl er Decken.

Obwohl sich beide Fraktionen mit der Idee der Verwaltung nicht wirklich glücklich zeigten, hatten sie ihren ursprünglichen Antrag vor der Sitzung entsprechend dem Verwaltungsvorschlag mit einer kleinen Änderung geändert.

Allerdings entschärfte dieses Einlenken die Debatte nur wenig - die ursprüngliche Idee geriet immer wieder in die Kritik. So erklärte Stadträtin Naomi-Pia Witte von den Freibeutern, sie wolle sich ihren Heizpilz vor der Haustür nicht verbieten lassen.

CDU-Stadtrat Achim Hass versuchte, die Debatte auf eine philosophische Ebene zu hieven. Er stellte die Frage, was so ein Wärmestrahler überhaupt sei und was dieser mache.

Nachdem er Heizpilze als "elegante Geräte" bezeichnete, sprach er angesichts der Heizpilz-Diskussion von einer "Umwelthysterie". Dies nehme vielen Gastronomen die Chancengleichheit - Stichwort Wettbewerbsverzerrung. Die AfD-Fraktion wies darauf hin, dass kleinere Wirte das Nachsehen hätten und die Gäste am Ende zahlen müssten.

Am Ende setzte sich die CDU-Fraktion mit ihrem Vorschlag durch. Demnach müssen Leipzigs Gastronomen je nach Lage zwischen 20 bis 30 Euro pro Heizpilz zahlen. Dabei gilt: ein Wärmestrahler pro 20 Quadratmeter.

Die zusätzlichen Einnahmen aus der Heizpilz-Gebühr sollen in das Stadtbudget für Baumpflanzungen fließen.


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