Teert die Stadt Leipzigs grüne Lunge zu? Umweltschützer schlagen Alarm

Der Ökolöwe beklagt sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung über Extrawürste für die Kammern. (Archivbild)
Der Ökolöwe beklagt sich in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung über Extrawürste für die Kammern. (Archivbild)  © DPA

Leipzig - Leipzig droht einer neuer Streit in der Verkehrspolitik. Der Ökolöwe wirft der Stadt vor, den Bau von Straßen durch Leipzigs grüne Lunge zu planen - auf Wunsch der Kammern!

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (59, SPD) konfrontieren die Umweltschützer ihn mit den Plänen. Demnach soll die Stadt den Bau des sogenannten Mittleren Rings planen.

"Zuerst soll auf Wunsch der Kammern eine Verkehrsschneise durch den Stünzer Park und den Wilhelm-Külz-Park geschlagen werden. Dies soll den Anfang bilden für ein umfangreiches Straßenneubauprogramm, das sich die Kammern in ihrem Strategiepapier „Mobilität700plus“ ausmalen", heißt es in dem offenen Brief an den Oberbürgermeister.

Der drohende Straßenbau durch Leipzigs grüne Lunge ist dabei nur ein Nebenaspekt des Briefs.

Eigentlich geht es dem Ökolöwen darum, dass die Stadt die Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung zum Thema Verkehr bisher kaum in die Tat umgesetzt hat.

Der Ökolöwe warnt vor dem Bau des sogenannten Mittleren Rings in Leipzig. (Symbolbild)
Der Ökolöwe warnt vor dem Bau des sogenannten Mittleren Rings in Leipzig. (Symbolbild)  © DPA

2012 hatte die Verwaltung einen großen Runden Tisch zum Stadtverkehr der Zukunft ins Leben gerufen. Mit dabei: die Leipziger Umweltverbände und Kammern.

Man einigte sich darauf, Fuß- und Radverkehr, Carsharing und öffentlichen Nahverkehr besonders zu fördern und deren Marktanteil bis 2025 um zehn Prozent zu erhöhen.

Doch viel ist seitdem aus Sicht des Ökolöwen nicht passiert. Die Stadtverwaltung halte sich nicht an diese Abmachungen. Kaum ein Vorhaben wurde wirklich ausgearbeitet beziehungsweise umgesetzt. Stattdessen wird IHK und HWK eine Sonderbehandlung gewährt.

"Die Sonderbehandlung drückt sich in vielen Details aus. So haben die Wirtschaftskammern, die Mobilitätsstrategie 2030, die in Ihrem Hause aktuell erarbeitet wird, bereits vier Wochen vor allen anderen Interessenverbänden zur Kenntnis bekommen", kritisieren die Verantwortlichen des Ökolöwen. Zudem hätten die Kammern nach Verlassen des Runden Tisches mehrfach exklusive Gespräche eingefordert und bekommen.

Der Ökolöwe fordert die Stadt dazu auf, sich wieder auf die Beschlüsse aus der Bürgerbeteiligung zurückzubesinnen und zieht eine rote Linie: "Der Bau von Straßen durch Leipzigs grüne Lungen ist in keiner Weise zu akzeptieren."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0