Wegen Verkehrspolitik: CDU schießt weiter gegen Baubürgermeisterin

MIT-Chef Ronald Pohle appelliert an Leipzigs Oberbürgermeister Jung, die Zügel in der Verkehrspolitik endlich selbst in die Hand zu nehmen.
MIT-Chef Ronald Pohle appelliert an Leipzigs Oberbürgermeister Jung, die Zügel in der Verkehrspolitik endlich selbst in die Hand zu nehmen.  © Ralf Seegers, Ronald Pohle

Leipzig - Die Leipziger Christdemokraten teilen weiter gegen Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) aus. Jetzt fordert auch der CDU-Unternehmerflügel ihre Entmachtung.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Leipzig lässt kein gutes Haar an der aktuellen Verkehrspolitik in Leipzig.

Zwar nennt der MIT-Vorsitzende Ronald Pohle (57, CDU) in seinem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (59, SPD) keine Namen. Doch auch so ist eindeutig, gegen wen sich die Kritik richtet. Die Verkehrspolitik liegt im Verantwortungsbereich von Bürgermeisterin Dubrau.

"Wir befürchten, dass die gegenwärtige Verkehrspolitik zur Folge hat, dass das Wachstum unserer Stadt ernsthaft behindert wird", schreibt der CDU-Landtagsabgeordnete Pohle.

Er sieht einen immer schärfer werdenden Konkurrenzkampf zwischen öffentlichem Nahverkehr und Wirtschaftsverkehr, der Leipzig mit Waren und Dienstleistungen versorgt. Für den CDU-Unternehmerflügel sind fehlende Verkehrsflächen und eine Verkehrsplanung von vorgestern die Ursache.

Pohle appelliert deshalb an Oberbürgermeister Jung, sich endlich persönlich um die Verkehrspolitik in Leipzig zu kümmern. Andernfalls könnten Gründer und Mittelständler aufgrund der Verkehrssituation künftig einen großen Bogen um Leipzig machen.

Damit liegt der Wirtschafts- und Unternehmerflügel der Leipziger CDU voll auf Linie mit der CDU-Stadtratsfraktion. Deren Vorsitzender Frank Tornau (42) redete zuletzt öffentlich darüber, Baubürgermeisterin Dubrau das Thema Verkehr wegnehmen zu wollen. (TAG24 berichtete).

Tornau zufolge will die CDU mit den anderen Ratsfraktionen über eine Entmachtung oder möglicherweise sogar eine Abwahl von Dubrau sprechen. Auf die Stimmen der Grünen können die Christdemokraten dabei nicht hoffen.

Die Grünen-Fraktion steht weiterhin fest an Dubraus Seite.

Titelfoto: Ralf Seegers, Ronald Pohle


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