Müssen die Leipziger bald Jahre aufs Ja-Wort warten?

Die Leipziger sind zunehmend gefrustet von langen Wartezeiten, wenn es um die Ehe geht. (Symbolbild)
Die Leipziger sind zunehmend gefrustet von langen Wartezeiten, wenn es um die Ehe geht. (Symbolbild)  © DPA/ 123RF

Leipzig - Die Messestadt im Liebestaumel! Das könnte man zumindest anhand der stetig steigenden Anzahl von Ehe-Schließungen annehmen. Für das Standesamt werden die Schmetterlinge im Bauch langsam zum Problem...

Denn dort stehen die Mitarbeiter mittlerweile vor einem Berg an Arbeit. 6255 Menschen meldeten sich laut LVZ seit Anfang 2016 bis zum Juli 2017 bereits zur Ehe-Schließung an. Zum Vergleich: 2002/03 wollten nur etwa knapp die Hälfte (3797) der Leipziger den Bund fürs Leben eingehen.

Verwunderlich ist das nicht - schließlich wächst die Stadt stetig. Bis 2020 soll die Bevölkerungsanzahl schon auf 600.000 Einwohner ansteigen. Und mit der "Ehe für alle" können nun auch endlich gleichgeschlechtliche Paare, die vielleicht bereits seit Jahren warteten, ihre Liebe amtlich machen.

Viel zu tun für die 24 Standesbeamte in Leipzig. Zumal dort neben der Eheschließung auch - was viele gerne vergessen - auch andere Dienstleistungen, wie die Urkundenvergabe oder Umbenennungen, abgehandelt werden.

Viele Leipziger jedenfalls sind langsam genervt: Verfolgt man einige der Bewertungen im Internet, kommt das Standesamt nicht besonders gut weg. "Ich bin entsetzt, dass eine Behörde nicht erreichbar ist", beschwert sich ein Bewohner. "Wenn es Minus-Sterne geben würde... gäbe es 1000 oben drauf", macht ein anderer seinem Ärger Luft.

Müssen Paare bald Jahre darauf warten, sich in einem der sieben Orte, die Leipzig inzwischen bereitstellt, trauen zu lassen?


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0