Leipzig startet Hilfebus für Obdachlose: Keine Absprache mit privatem "Street Mobil"

Leipzig - Am kommenden Montag nimmt der Hilfebus der Stadt Leipzig seinen Betrieb auf.

Betrieben wird der Hilfebus, der sich ab Montag um die Obdachlosen in Leipzig kümmern soll, im Auftrag der Stadt von der SZL Suchtzentrum gGmbH.
Betrieben wird der Hilfebus, der sich ab Montag um die Obdachlosen in Leipzig kümmern soll, im Auftrag der Stadt von der SZL Suchtzentrum gGmbH.  © DPA

Bei dem Hilfebus handelt es sich um ein ganzjähriges Angebot für Obdachlose, die im Freien oder in Behelfsunterkünften leben.

Der Bus soll im ganzen Stadtgebiet wohnungslose Menschen aufsuchen und ihnen Unterstützung anbieten. Erfahrene Mitarbeiter informieren beispielsweise über Übernachtungshäuser und Tagestreffs. Sie geben neben heißen Getränken auch Schlafsäcke und Notfallrucksäcke aus.

Der Hilfebus soll Schwerpunktgebiete anfahren und dort feste Standzeiten haben. Aufenthalts- und Schlafplätze von Obdachlosen werden aufgesucht. Man sei offen für Hinweise aus der Bevölkerung, so das Dezernat für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule.

Der Bus wird wochentags von 19 bis 23 Uhr und am Wochenende von 15 bis 23 Uhr im Einsatz sein. In dieser Zeit sind die Mitarbeiter unter 015233661087 erreichbar.

Das sagt Sebastian Schauer vom "Street Mobil Leipzig" zu dem neuen Hilfebus

Seit einem Jahr betreiben Basti Schauer und seine Familie das Street Mobil, eine private Obdachlosenhilfe.
Seit einem Jahr betreiben Basti Schauer und seine Familie das Street Mobil, eine private Obdachlosenhilfe.  © Eric Mittmann

Einer, der sich schon seit über einem Jahr um die Bedürfnisse obdachloser Menschen in Leipzig kümmert, ist Sebastian Schauer. Er betreibt, häufig mit der Unterstützung seiner Familie, das "Street Mobil Leipzig". Die private Obdachlosenhilfe unterstützt Leipzigs Wohnungslose mit Essen, Kleidung und allem, was sie benötigen (TAG24 berichtete).

Schauer freut sich riesig, dass die Stadt endlich auch selbst einen Hilfebus anbietet. "Jetzt müssen wir abwarten, ob die Mädels und Jungs das Angebot auch annehmen", so Schauer im Gespräch mit TAG24. Sollte der Hilfebus erfolgreich sein, wäre das "eine riesige Hilfe" für den Mann, der alle zwei Tage nach der Arbeit losfährt, um selbstgekochte Suppe, Eintöpfe und Brot unter den Obdachlosen zu verteilen.

Dass in der Bekanntmachung der Stadt Leipzig nichts davon steht, dass der Hilfebus auch Essen verteilen wird, stimmt Schauer hingegen skeptisch. "Die Leute kommen nicht extra für einen Becher heißen Tee vorbei", ist er sich sicher. Durch die regelmäßige Ausgabe von warmen Mahlzeiten käme man ins Gespräch, lernt sich kennen. "Die Ausgabe von Essen ist immer der erste Schritt. Warme Mahlzeiten sind essenziell. Dabei kann man den Leuten zuhören, ihnen Mut machen."

Verwundert ist Schauer auch darüber, dass von der Stadt niemand auf ihn zu kam, um die Angebote der beiden Busse aufeinander abzustimmen. "Hoffentlich pflegen wir in Zukunft trotzdem ein freundschaftliches Verhältnis. Wenn der Hilfebus da ist, ist das doch super, dann können wir in die Randgebiete der Stadt weiterfahren und dort supporten!"

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