Sachsens Steuerfahnder spürten knapp 68 Millionen Euro auf

Leipzig - Briefkastenfirmen zur Gewinnverschleierung, frisierte Kassen und Glücksspielautomaten - Sachsens Steuerfahnder spürten im vergangenen Jahr 67,7 Millionen Euro hinterzogene Steuern auf.

Zwei Steuerfahnder erklären Finanzminister Matthias Haß (51, CDU, Mitte) in ihrer Leipziger IT-Zentrale, wie sie Steuerhinterziehern auf die Schliche kommen.
Zwei Steuerfahnder erklären Finanzminister Matthias Haß (51, CDU, Mitte) in ihrer Leipziger IT-Zentrale, wie sie Steuerhinterziehern auf die Schliche kommen.  © Alexander Bischoff

Er wolle einen Millionenbetrag aus seinem Privatvermögen investieren, prahlte ein Leipziger Unternehmer öffentlich. Als Steuerfahnder das in der Zeitung lasen, rieben sie sich die Augen. Denn der Mann hatte in den letzten Jahren dem Finanzamt keine Einnahmen, sondern nur Verluste gemeldet.

Die Ermittlungen trafen ins Schwarze. Der Name des Unternehmers tauchte nämlich auch in den "Panama-Papers“ auf. Laut Steuerfahndung verschleierte er seine Gewinne über 13 Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln und in anderen Steuerparadiesen. Rund vier Millionen Euro an Steuern soll er hinterzogen haben, eine Anklage ist in Vorbereitung.

Über 3 500 eingehende Fälle hatten die 101 sächsischen Steuerfahnder im vergangenen Jahr zu bearbeiten. Sie führten 1 244 Fahndungen durch, gegen mehr als 400 Verdächtige wurden Strafverfahren eingeleitet.

"Wer ehrlich seine Steuern zahlt, den wollen wir von Bürokratie entlasten. Wer aber unehrlich ist, der muss konsequent bestraft werden“, sagte Sachsens Finanzminister Dr. Matthias Haß (51, CDU), der die Fahnder am Montag besuchte. Laut Haß verhängten sächsische Gerichte 2017 gegen Steuersünder Gefängnisstrafen von insgesamt 72,5 Jahren und sprachen Geldstrafen in Höhe von 1,1 Millionen Euro aus.

Titelfoto: Alexander Bischoff


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