Bars auf der Eisenbahnstraße droht das Aus: "Druck, Beschimpfungen, Lügen und Drohungen!"

Leipzig - Zwischen den Betreibern mehrerer Bars und Lokalitäten auf der Leipziger Eisenbahnstraße ist ein massiver Streit ausgebrochen.

"Stadt für Alle" und das "Aktionsbündnis-Ost" setzen sich gegen Verdrängung im städtischen Raum ein. Doch ist das Goldhorn der richtige Gegner?
"Stadt für Alle" und das "Aktionsbündnis-Ost" setzen sich gegen Verdrängung im städtischen Raum ein. Doch ist das Goldhorn der richtige Gegner?  © Screenshot Facebook/Leipzig für Alle/Goldhorn

Das Aktionsbündnis-Ost sowie das Goldhorn bieten sich seit Mai einen Schlagabtausch. Die Vorwürfe, die das Aktionsbündnis öffentlich an das Goldhorn richtet, will die Bar jetzt so aber nicht mehr auf sich sitzen lassen.

Grund für die Fehde zwischen den Eisenbahnstraßen-Institutionen ist die Kündigung der Mietverträge des "Can Han Hop" (CHH) und des "Eckladens 109" (E109) zum 31. Juli 2018. Das Aktionsbündnis-Ost wirft dem Goldhorn vor, aus Angst vor Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft gehandelt zu haben.

Das Bündnis fordert, dass das E109 "als unkommerzieller Ort in ihrer bisherigen Größe und mit dem Verein 'hundertneun' erhalten bleibt" und "die Konkurrenzschutzklausel des Goldhorn gegenüber dem benachbarten Ladenprojekt CHH fallen gelassen wird". Um den Druck auf das Goldhorn zu erhöhen, wurde am Samstag sogar eine Kundgebung auf dem Stadtteilfestival "Zufällig Osten" gehalten.

Die rund zwei Kilometer lange Eisenbahnstraße im Leipziger Osten ist vor allem am Abend ein beliebter Szene-Treff bei jungen Menschen. Das Angebot an Bars und Lokalitäten wächst jährlich.
Die rund zwei Kilometer lange Eisenbahnstraße im Leipziger Osten ist vor allem am Abend ein beliebter Szene-Treff bei jungen Menschen. Das Angebot an Bars und Lokalitäten wächst jährlich.  © DPA

Noch am Abend des selben Tages meldete sich auch das Goldhorn zu Wort und nahm Stellung zu den schwerwiegenden Vorwürfen der CHH- und E109-Betreiber.

Die Bar bestreitet, eine Schließung des Can Han Hop erwirken zu wollen. Offenbar kann das Goldhorn das CHH auch gar nicht kicken, denn den Goldhorn-Besitzern gehört die Immobilie, in der das CHH beherbergt ist, gar nicht!

Auf Facebook schreiben die Goldhorn-Betreiber: "Die bestehenden Vereinbarungen zwischen Can Han Hop und Goldhorn sind das Ergebnis langwieriger Verhandlungen und Absprachen, deren Ziel es war, beiden Läden eine Koexistenz zu ermöglichen. Grundlage hierfür ist, dass beide Seiten ihre Verschiedenheit anerkennen."

Dem Eckladen 109 hingegen sei gekündigt worden, weil dessen Betreiber sich geweigert hätten, sich in irgendeiner Form an den Sanierungskosten zu beteiligen, die aufgrund eines selbstverschuldeten Wasserschadens entstanden sind. Der Schaden beträgt laut Goldhorn rund 45.000 Euro. Der E109 sei nicht dazu bereit gewesen, eine geringe Mieterhöhung anzuerkennen, um diese Kosten zumindest annährend zu decken.

Die Goldhorn-Betreiber weiter: "Außerdem haben die BetreiberInnen des Eckladens bis April 2018 keinen Verein gegründet mit welchem sie als Kollektiv einen neuen Mietvertrag erhalten wollten und sollten. Es ging uns nie darum, den Eckladen zu schließen, sondern um einen respektvollen, solidarischen Umgang miteinander. Es wird keine Luxussanierung stattfinden, sondern dringend benötigte Maßnahmen zum Erhalt der Bausubstanz."

Dass das Goldhorn Bars aus der Nachbarschaft vertreiben wolle, sei unsinnig. "Den Druck, die Beschimpfungen, Lügen und Drohungen, die uns, unseren MitarbeiterInnen und FreundInnen aus dem Umfeld des 'Aktionsbündnis-Ost' entgegenschlagen, können und wollen wir jedoch nicht weiter hinnehmen."

Da bleibt nur zu hoffen, dass sich die Betreiber des Goldhorn, des Eckladens 109 sowie des Can Han Hop schnell einig werden.


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