Studie belegt: Wohnungsmarkt wird für Studenten immer prekärer

Leipzig teilt das Schicksal vieler Hochschulstandorte: Die Wohnungssuche für Studenten wird schwieriger, WG-Zimmer teurer.
Leipzig teilt das Schicksal vieler Hochschulstandorte: Die Wohnungssuche für Studenten wird schwieriger, WG-Zimmer teurer.  © Ralf Seegers

Leipzig - Für Studenten auf Wohnungssuche wird es in Leipzig immer teurer und schwieriger. Zwar steht die Messestadt immer noch besser da als andere Studentenhochburgen. Aber auch hier verschärft sich die Situation.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts (MMI). Darin wird die Anspannung auf dem studentischen Wohnungsmarkt in 93 Hochschulstädten untersucht.

Von 100 möglichen Punkten kommt Leipzig auf einen Wert von 31. Die Punktzahl gibt an, wie hoch die Anspannung auf dem studentischen Wohnungsmarkt ist - je höher, je schwieriger.

Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt laut MMI bei 37,7. Kein Grund zur Sorge, könnte man denken. Allerdings lag der Leipziger Anspannungswert vor zwei Jahren noch bei 24,5, im Jahr 2013 bei 20,5 Punkten.

Die Situation für Leipziger Studenten auf Wohnungssuche wird also von Jahr zu Jahr kritischer.

Wer ein WG-Zimmer sucht, zahlt in Leipzig derzeit weniger als in anderen Hochschulstädten. Allerdings holt die Messestadt preistechnisch auf. (Symbolbild)
Wer ein WG-Zimmer sucht, zahlt in Leipzig derzeit weniger als in anderen Hochschulstädten. Allerdings holt die Messestadt preistechnisch auf. (Symbolbild)  © DPA

"Die Studierenden, die etwa in ostdeutschen Städten wie Rostock oder Leipzig oder an den hessischen Uni-Standorten wie Kassel oder Fulda lange Jahre gar keine oder nur geringe Probleme hatten, eine dem studentischen Budget angepasste Unterkunft zu finden, machen jetzt ganz andere Erfahrungen bei der Wohnungssuche", so Stefan Brauckmann, Direktor des MMI.

Leipzig landet in der aktuellen Studie auf Platz 65, knapp hinter Dresden, das auf Platz 62 rangiert. Spitzenreiter ist die Stadt München. Dort ist es für Studenten am schwierigsten, eine passende Unterkunft zu suchen. Am günstigsten ist es in Cottbus.

Warum die Situation in Leipzig zunehmend kritischer wird, verdeutlichen ein paar Zahlen. So zählt die Messestadt laut MMI etwa 37.260 Studenten. Im Bundesdurchschnitt sind es rund 25.520.

Außerdem ziehen im Jahr über 10.000 junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren nach Leipzig. Deutschlandweit sind es dagegen durchschnittlich gerade einmal 3405.

Und so kommt es, dass der Preis für ein WG-Zimmer in Leipzig in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. 2013 waren es durchschnittlich noch 240 Euro, 2017 sind es 263 Euro.

Der durchschnittliche Mietpreis für ein WG-Zimmer in allen untersuchten Städten liegt bei 353 Euro (2013: 323 Euro).


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