Studie: Dicke, die gemobbt werden, bleiben dick

Eine neue Fettleibigkeits-Studie der Universität Leipzig zeigt: Dicke, die gehänselt werden, bleiben dick.
Eine neue Fettleibigkeits-Studie der Universität Leipzig zeigt: Dicke, die gehänselt werden, bleiben dick.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Wer Dicke hänselt, macht sich mitschuldig! Einer Studie Leipziger Mediziner zufolge haben es Übergewichtige, die wegen ihres Aussehens stigmatisiert werden, besonders schwer beim Abnehmen.

"Dickerchen", "Specki", "Wackelpudding" - fast jeder übergewichtige Jugendliche musste derlei Frotzelei schon über sich ergehen lassen. Doch was leicht dahergesagt ist, wirkt oft schwer nach.

"Menschen mit Übergewicht und Adipositas, die im Kindes- oder Jugendalter wegen ihres Aussehens gehänselt wurden, haben große Probleme beim langfristigen Abnehmen", sagt Professorin Anja Hilbert (48) vom Adipositas-Zentrum der Uni Leipzig.

Mit ihren Kollegen wertete die Verhaltensmedizinerin die Erfahrungen von 381 übergewichtigen Frauen und Männern aus. Ergebnis: Studienteilnehmer, die wegen ihres Aussehens gehänselt wurden, legten nach einem kurzen Abnehmerfolg schneller wieder zu als jene ohne Stigmatisierungs-Erfahrungen.

"Dies bedeutet, dass sie bei Ärger, Stress, Traurigkeit, Langeweile und ähnlichen negativen Emotionen versuchten, durch Essen wieder eine positivere Stimmung zu erreichen", erklärt die Expertin. So komme es zum Teufelskreis aus Hänseleien, negativen Emotionen, Frustessen und weiterem Gewichtsanstieg, der noch mehr Hänseleien nach sich zieht.

Mit weitreichenden Folgen: "Die Stigmatisierung hat viele weitere gravierende Auswirkungen wie etwa ein negatives Selbstbild, Essstörungen und sogar Depressionen", so Prof. Hilbert.

Der Studie zufolge schaffen es derzeit nur 17 bis 34 Prozent der Übergewichtigen, nach einer Gewichtsreduktion den Abnehmerfolg langfristig zu halten.

Fotos: imago


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