Darum soll Leipzig zum E-Auto-Mekka werden

In Leipzig baut BMW derzeit sein Elektro-Auto i3. SPD-Kandidat Jens Katzek fordert, das Thema Elektromobilität in Leipzig stärker voranzutreiben.
In Leipzig baut BMW derzeit sein Elektro-Auto i3. SPD-Kandidat Jens Katzek fordert, das Thema Elektromobilität in Leipzig stärker voranzutreiben.  © DPA

Leipzig - Noch fällt vielen Menschen spontan nur der BMW i3 ein, wenn Leipzig und das schwierige Wort Elektromobilität in einem Satz genannt werden. SPD-Bundestagskandidat Jens Katzek (54) will das ändern und die Messestadt zum führenden Standort in Sachen E-Autos machen.

Der Grund dafür ist einfach. "Jeder zehnte Arbeitsplatz in Leipzig hängt von der Automobilindustrie ab", betont Katzek, der beruflich als Interessenvertreter für die ostdeutsche Automobilindustrie unterwegs ist.

Im aktuellen Bundestagswahlkampf wirbt er für seinen Plan "Electro Valley", der Sachsen und ganz besonders Leipzig in Sachen Elektro-Autos nach vorn bringen soll. "Ich möchte Leipzig an der Spitze der logischen Entwicklung im Automobilbereich sehen", erklärte Katzek im Gespräch mit TAG24.

Aufholbedarf gegenüber Dresden und Zwickau sieht er nicht. "Wir haben hier in Leipzig zwei große Hersteller mit Porsche und BMW, da sind alleine 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. Dann haben sie noch die ganzen Zulieferer, Dienstleister und so weiter", so Katzek mit Blick auf die beiden anderen Automobilstandorte in Sachsen.

Zwickau habe zwar ein sehr großes VW-Werk, aber die Automobilindustrie in Leipzig sei mindestens genauso groß und gut.

Für Jens Katzek sind E-Autos die Zukunft der Automobilindustrie. Maßnahmen wie Diesel-Verbote lehnt er trotzdem ab.
Für Jens Katzek sind E-Autos die Zukunft der Automobilindustrie. Maßnahmen wie Diesel-Verbote lehnt er trotzdem ab.

Katzeks politischer Plan sieht unter anderem vor, ein Institut zum Thema Batterieforschung nach Leipzig zu holen.

Auch eine verbesserte Ladeinfrastruktur in Sachsens Städten, die Förderung von Elektro-Taxis und die Bevorzugung von E-Fahrzeugen auf der Straße und beim Parken stehen auf der Agenda des SPD-Kandidaten.

Beim Thema Arbeitsplätze sieht Katzek in den nächsten Jahren auch auf Sachsens Automobilindustrie große Veränderungen zukommen. "Wir müssen unglaublich auf Qualifikation achten. Denn durch die neuen Motorsysteme werden auch viele Arbeitsplätze wegfallen", warnt Katzek.

Allein die Digitalisierung der Produktion werde die Geschwindigkeit und die Genauigkeit der Produktion in den nächsten Jahren verändern. "Sie haben da also ein ungemeines Qualifizierungsbedürfnis", so der 54-Jährige.

Die Vorteile seines Plans liegen für ihn auf der Hand: "Wir haben natürlich diese Vorbildfunktion der Elektromobilität. Wir haben saubere Luft, weniger Abgasemissionen und weniger Lautstärke durch den Verkehr."

Trotzdem steht der Auto-Experte auch weiterhin zu Diesel und Co. Nach dem Diesel-Gipfel Anfang August kommentierte Katzek via Facebook. "Kategorische Dieselfahrverbote sind vom Tisch! Das ist insbesondere für Pendler, kleine Handwerker und die Betroffenen im ländlichen Raum von enormer Wichtigkeit."

Diesel-Verbote sind mit dem Leipziger E-Auto-Fan also nicht zu machen.


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