Forschungserfolg: Ist das der Durchbruch für Hepatitis-B-Patienten?

Prof. Dr. Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie am Uniklinikum Leipzig, leitete das Forscherteam.
Prof. Dr. Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie am Uniklinikum Leipzig, leitete das Forscherteam.  © Universitätsklinikum Leipzig

Leipzig - Wissenschaftlern der Uniklinik Leipzig ist es gelungen, einen neuen Therapieansatz in der Heilung von Hepatitis-B-Patienten mit Erfolg zu erforschen.

Im Rahmen einer Studie setzten sie Hepatitis-B-Medikamente von betroffenen Patienten, die mindestens vier Jahre eine Dauertherapie erhielten und nicht an einer fortgeschrittenen Erkrankung litten, ab. Das Ergebnis war überraschend positiv!

Nach Zwei Jahren ohne medikamentöser Therapie wies die Hälfte der Teilnehmer normale Leberwerte auf. 20 Prozent waren sogar komplett geheilt.

In der parallel laufenden Kontrollgruppe, die die Hepatitis B-Medikamente unverändert weiter eingenommen hatte, verlor niemand die Viren dauerhaft.

Der neue Ansatz würde in jedem Fall unangenehme Nebenwirkungen und nebenbei Therapiekosten sparen.

Die wirksamste Methode gegen Hepatitis ist immer noch eine vorbeugende Impfung.
Die wirksamste Methode gegen Hepatitis ist immer noch eine vorbeugende Impfung.  © DPA

Wie die Uni Leipzig mitteilte, ist eine medikamentöse Therapie bei Hepatitis-B-Patienten inzwischen sehr erfolgreich. Dadurch werde eine Virusmehrung meist komplett unterdrückt und das Risiko für eine Leberzirrhose sowie Leberkrebs deutlich gesenkt.

"Allerdings begeben sich die Patienten in eine Dauertherapie und müssen lebenslang Medikamente einnehmen", sagte Prof. Dr. Thomas Berg, "bislang traut sich niemand so recht, die Tabletten nach Jahren der Einnahme abzusetzen, weil man Reaktivierungen der Erkrankung fürchtet", so der Professor für Innere Medizin an der Universität Leipzig und Leiter der Sektion Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Der neue Ansatz würde in jedem Fall unangenehme Nebenwirkungen und nebenbei Therapiekosten sparen.

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit der Leber, an der nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weltweit 240 Millionen chronisch leiden. Sie wird durch Verletzungen der Haut oder Schleimhaut sowie durch sexuellen Kontakt übertragen.

Bei besonders stark infizierten ("hochvirämisch") Patienten finden sich kontaminierte Viren auch in Körperflüssigkeiten wie Urin, Speichel, Sperma, Tränsensekret, Gallenflüssigkeit und Muttermilch.

Die beste Alternative ist aber immer noch eine vorbeugende Impfung.