Leipziger Uni-Professor: Krebspatienten sollen mit eigenen Zellen geheilt werden

Prof. Dr. Florian Lordick, Leiter des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL), spricht von großen Fortschritten in der Krebsforschung und immer höherer Überlebenschancen.
Prof. Dr. Florian Lordick, Leiter des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL), spricht von großen Fortschritten in der Krebsforschung und immer höherer Überlebenschancen.  © Krebszentrum Leipzig

Leipzig - Bösartige Tumorerkrankungen sind nach Herz-/Kreislauferkrankungen die zweithäufigsten schweren und tödlich verlaufenden Krankheiten. Um dem tückischen Krebs bestmöglich vorzubeugen, gibt ein Professor der Leipziger Uniklinik hilfreiche Tipps, macht Erkrankten in Zukunft aber auch Hoffnung.

Jahr für Jahr erkranken in Deutschland eine halbe Million Menschen an Krebs, sagt Prof. Dr. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig (UCCL). "Aber die Erforschung der Krebserkrankungen macht große Fortschritte. Und das ist unglaublich wichtig. Denn wir müssen verstehen, wie und wodurch Krebs entsteht und wächst - dann hat man auch Lösungsansätze, ihn erfolgreich zu bekämpfen."

Zu den häufigsten Krebserkrankungen zählen Brust- oder Darmkrebs. Die können heutzutage viel früher erkannt und bekämpft werden. Dadurch steigen auch die Überlebenschancen für Betroffene. Weit mehr als die Hälfte der Patienten mit Krebs können bereits geheilt werden.

Das UCCL treibt die Entwicklung der Krebsbehandlung mittels Immuntherapeutika voran. Darin liegen große Hoffnungen in der Heilung der Krankheit.
Das UCCL treibt die Entwicklung der Krebsbehandlung mittels Immuntherapeutika voran. Darin liegen große Hoffnungen in der Heilung der Krankheit.  © Stefan Straube / UKL

Gründe für die schon heute hohe Qualität in der Versorgung der Krebspatienten sind unter anderem große technische Fortschritte (präzisere OPs, schonendere Bestrahlung) sowie neue und besser wirksame Medikamente, sagt der Krebsexperte.

Größte Hoffnungsträger zur Bekämpfung von Krebs sind Immuntherapeutika, "also Medikamente, die die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken oder sogar genetisch veränderte körpereigene Immunzellen, die in den Körper zurückgeführt werden", so Prof. Lordick. Die Entwicklung wird in Leipzig vorangetrieben.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar gibt der UCCL-Direktor noch Tipps, die Krebs vermeiden können. "Wir kennen die Hauptrisiken. Deshalb empfehle ich dringend, aufs Rauchen zu verzichten, immer schön in Bewegung zu bleiben, sich ausgewogen zu ernähren, Alkohol nur in Maßen zu genießen und das Normalgewicht zu halten", so Lordick.

Gegen eine der gefährlichsten Krebserkrankungen, dem Gebärmutterhalskrebs, gebe es für heranwachsende Frauen zudem eine HPV-Impfung. Diese senkt das Risiko einer Erkrankung.


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