Leipziger Studenten müssen jetzt Studiengebühren zahlen, aber nicht alle

Ein Hörsaal der Uni Leipzig. Die Alma Mater muss künftig einen Teil ihrer Studenten zur Kasse bitten. (Archivbild)
Ein Hörsaal der Uni Leipzig. Die Alma Mater muss künftig einen Teil ihrer Studenten zur Kasse bitten. (Archivbild)  © DPA

Leipzig - Wer an der Uni Leipzig zu lange studiert oder sich noch mal umorientiert, muss künftig dafür zahlen. Die Universität führt Studiengebühren für Langzeitstudenten und für ein Zweitstudium ein.

Eine echte Wahl hatte die Universität Leipzig nicht. Denn eigentlich hatte sich der Senat der Uni prinzipiell gegen Studiengebühren aller Art ausgesprochen.

Doch laut Gesetz sind alle sächsischen Hochschulen dazu verpflichtet, eine Gebühren- und Entgeltordnung einzuführen.

Also sah sich der Senat der Leipziger Uni dazu gezwungen, die Gebührenordnung und damit die neuen Studiengebühren zu beschließen. Sie tritt am 1. Oktober in Kraft.

Künftig müssen Studenten, die ihre Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschreiten, 500 Euro pro Semester zahlen.

Diese Summe ist gesetzlich festgelegt.

Der Senat der Uni Leipzig forderte die Hochschulleitung dazu auf, sich bei der Staatsregierung für eine Streichung der Gebühren aus dem Gesetz einzusetzen. (Archivbild)
Der Senat der Uni Leipzig forderte die Hochschulleitung dazu auf, sich bei der Staatsregierung für eine Streichung der Gebühren aus dem Gesetz einzusetzen. (Archivbild)  © Ralf Seegers

Die Zweistudiengebühr ist ein wenig komplizierter geregelt. Sie betrifft ein Studium, das nach einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss zu einem weiteren berufsqualifizierenden Hochschulabschluss führt.

Kurz gesagt: Wer einen Bachelor-Abschluss in der Tasche hat und einen weiteren dranhängen will. Wer nach einem Bachelor einen Master anstrebt, ist also nicht betroffen. Hinzu kommt, dass die Gesamtdauer der eigenen Studienzeit die Regelstudienzeit des abgeschlossenen Studiums um sechs Semester überschreiten muss.

Laut Uni-Kanzlerin Birgit Dräger hat die Uni im Fall der Zweitstudiengebühr aber einen gewissen Ermessensspielraum. "Davon werden wir Gebrauch machen, indem zwar grundsätzlich Gebühren für ein Zweitstudium erhoben werden, in begründeten Ausnahmefällen aber davon abgewichen wird", so Dräger.

Über das Vorliegen eines solchen Ausnahmefalls entscheide auf Antrag ein vom Senat eingesetztes Gremium.

Damit dürfte klar sein, dass die Uni Leipzig die Einführung von Langzeit- und Zweitstudiengebühren eher leidenschaftslos verfolgt. Der Senat ist jedenfalls nicht glücklich mit den neuen Gebühren.

Das Gremium stimmte der Gebührenordnung zwar mehrheitlich zu. Gleichzeitig forderte es aber die Hochschulleitung dazu auf, sich bei der Staatsregierung für eine Streichung der Studiengebühren aus dem Hochschulfreiheitsgesetz einzusetzen.


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