Rathaus verbannt umstrittene Zirkus-Dressuren

Bleibt erlaubt: Kamele dürfen auch in Leipzig weiterhin in der Manege ihre Kreise ziehen.
Bleibt erlaubt: Kamele dürfen auch in Leipzig weiterhin in der Manege ihre Kreise ziehen.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Zirkus-Unternehmen, die mit exotischen Wildtieren reisen, dürfen in Leipzig nicht mehr auf stadteigenen Flächen auftreten.

Mit dem am Mittwochabend gefassten Stadtratsbeschluss spricht sich die Messemetropole gegen umstrittene Großtier-Dressuren aus.

Ausgangspunkt war eine von 3600 Bürgern unterschriebene Tierschutz-Petition, die ein generelles Wildtier-Verbot bei Zirkus-Gastspielen auf kommunalen Plätzen forderte.

Nach Auffassung der Stadtverwaltung wäre eine solche umfassende Regelung jedoch rechtswidrig gewesen, weil sie in die Berufsfreiheit von Dompteuren eingegriffen hätte.

Fortan verboten: Elefanten-Dressuren dürfen in Leipzig auf kommunalen Plätzen nicht mehr gezeigt werden.
Fortan verboten: Elefanten-Dressuren dürfen in Leipzig auf kommunalen Plätzen nicht mehr gezeigt werden.

Nach monatelangem Hin und Her folgten die Abgeordneten jetzt mehrheitlich einem von der SPD-Fraktion eingebrachten Kompromiss.

Demnach werden nun die Zirkus-Unternehmen abgewiesen, die Elefanten, Affen, Nashörner, Großbären, Flusspferde und Giraffen mitführen.

Die Tierschutzorganisation PETA jubelte gestern, dass Leipzig nunmehr die 50. deutsche Stadt mit einer solchen „tierfreundlichen Regelung“ sei.

„Der Leipziger Beschluss ist ein klares Signal an die Bundesregierung und die Zirkusbetreiber, dass Wildtiere in der Manege ein Auslaufmodell sind“, meinte PETA-Referent Peter Höffken.

Allerdings: Die Neuregelung ist auch umstritten. Zum einen gilt sie nur für kommunale Plätze - jeder betroffene Zirkus kann folglich auf private Flächen ausweichen.

Zum anderen ist sich selbst Leipzigs OB Burkhard Jung (57/SPD) unsicher, was die juristische Seite anbetrifft. „Ich kann nicht garantieren, ob die Regelung auf Dauer rechtssicher ist“, gab er in der Ratssitzung zu bedenken.

Dafür aber skeptisch: Leipzigs OB Burkhard Jung ist sich unsicher, ob die neue Zirkus-Regelung einer Klage standhalten würde.
Dafür aber skeptisch: Leipzigs OB Burkhard Jung ist sich unsicher, ob die neue Zirkus-Regelung einer Klage standhalten würde.

Fotos: Seegers, dpa, imago


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