Verbraucherschützer erkämpfen 1,1 Prozent Zinsen für Sparkassen-Sparer!

Verbraucherzentrale-Chef Andreas Eichhorst - sein Team beriet in den letzten Monaten über 500 gekündigte Sparer.
Verbraucherzentrale-Chef Andreas Eichhorst - sein Team beriet in den letzten Monaten über 500 gekündigte Sparer.  © Markus Weinberg

Leipzig - Aufatmen für tausende sächsische Sparer: Nach harten Verhandlungen hat die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) der Sparkasse Leipzig im Dauerstreit um gekündigte Prämiensparverträge (TAG24 berichtete) einen Kompromiss abgetrotzt.

Alle Kunden, deren Vertrag „PrämienSparen flexibel“ 2017 gekündigt wurde, bietet das Kreditinstitut jetzt ein „Extra-Festzinssparen“ an, bei dem die angelegten Gelder bis zum Dezember 2018 zu einem Zinssatz von 1,1 Prozent weitergeführt werden. Darüber informierten gestern sowohl die Verbraucherzentrale als auch der Sparkassen-Vorstand.

"Uns ist es gelungen, eine zusätzliche Option für alle Kunden zu erringen - egal, ob sie bisher widersprochen, ein Streitschlichtungsverfahren angestrebt oder sich bei der Verbraucherzentrale über die Möglichkeit einer individuellen Klage gegen die Kündigung informiert haben", erklärte VZS-Chef Andreas Eichhorst (54).

Jeder betroffene Kunde müsse nun selbst entscheiden, ob das Angebot für ihn attraktiv sei, oder er seine Ansprüche gegen die Sparkasse vor Gericht durchsetzen möchte.

Über Monate hinweg hatte die Sparkasse Leipzig und die Verbraucherzentrale über die Rechtmäßigkeit der Prämiensparvertrags-Kündigung gestritten. (Symbolbild)
Über Monate hinweg hatte die Sparkasse Leipzig und die Verbraucherzentrale über die Rechtmäßigkeit der Prämiensparvertrags-Kündigung gestritten. (Symbolbild)  © DPA/Wikipedia

In ihrer Erklärung spricht die Sparkasse von einem „Übergangsangebot“. Die Kunden müssen sich demnach bis zum 31. August entscheiden.

Laut VZS haben sich bisher mehr als 500 gekündigte Sparkassen-Kunden aus Leipzig, dem Landkreis Leipzig und dem Kreis Nordsachsen von den Verbraucherschützern beraten lassen. „Bei der Prüfung der Unterlagen stellte sich heraus, dass die Fälle im Einzelnen durchaus unterschiedlich zu beurteilen waren“, blickt Eichhorst zurück.

Die Verträge, Werbeprospekte und Infomaterialien aus den neunziger Jahren hätten gezeigt, dass die Befristung und Kündigungsmöglichkeit der Verträge vielfach Auslegungssache sei.

Anders ist die Situation bei Sachsens größter Sparkasse, der Ostsächsische Sparkasse Dresden: Nach Unternehmensangaben wurden hier bisher keine Sparverträge gekündigt.

"Und das werden sie auch nicht - die Verträge, die wir abgeschlossen haben, werden wir auch einhalten", versicherte Unternehmenssprecher Andreas Rieger (53) auf Morgenpost-Anfrage.

Für die Ostsächsische Sparkasse Dresden versicherte Unternehmenssprecher Andreas Rieger, dass hier keine Sparverträge gekündigt würden.
Für die Ostsächsische Sparkasse Dresden versicherte Unternehmenssprecher Andreas Rieger, dass hier keine Sparverträge gekündigt würden.  © Markus Weinberg/H. Helis

Titelfoto: DPA/Wikipedia


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