Sachsens Verbraucherschützer zerren Klosterfrau vor Gericht

Die Verbraucherzentrale Sachsen wirft dem Pharmaunternehmen Klosterfrau vor, zu hohe Magnesium-Dosierungen zu empfehlen.
Die Verbraucherzentrale Sachsen wirft dem Pharmaunternehmen Klosterfrau vor, zu hohe Magnesium-Dosierungen zu empfehlen.

Leipzig - Sachsens Verbraucherschützer ziehen gegen die „Klosterfrau“ vor Gericht. Keine Nonne, sondern das gleichnamige Unternehmen, das seit 191 Jahren Kräutergeist und Nahrungsergänzungsmittel braut. Und dabei offenbar den Mund etwas zu voll nimmt.

Nein, um den berühmten „Melissengeist“, den „Klosterfrau“ und Firmenbegründerin Maria Clementine Martin (1775-1843) anno 1826 erstmals anrührte, geht es nicht. Sondern um das Nahrungsergänzungsmittel „taxofit Magnesium 600 Forte“.

Laut Verbraucherzentrale (VZS) gibt das Unternehmen auf der Verpackung eine „Verzehrempfehlung“ von täglich 600 Milligramm Magnesium an. „Viel zu viel“, so VZS-Gesundheitsexpertin Dr. Birgit Brendel (53). Und erklärt: „Die empfohlene Höchstmenge des Bundesinstituts für Risikobewertung für Magnesium in einem Nahrungsergänzungsmittel beträgt 250 mg täglich.“

Magnesiumpräparate sind vor allem bei Sportlern beliebt als Mittel gegen Muskelkrämpfe. „Doch zu viel davon kann zu osmotischem Durchfall führen“, sagt Dr. Brendel. Weil die Firma MCM Klosterfrau trotz Abmahnung bei ihrem Aufdruck bleibt, haben Sachsens Verbraucherschützer nun am Landgericht Köln Klage eingereicht.

Den ersten Sieg bei der Disziplinierung der „Klosterfrau“ konnte Verbraucherschützerin Brendel bereits feiern. Auf ihre Abmahnung hin entfernte die Firma offenbar überzogene Aussagen zur gesundheitlichen Wirkung des Magnesium-Präparats von der Verpackung.

Bis Mai hatte es dort noch geheißen, dass Magnesium „von elementarer Bedeutung für die Muskelfunktion“ sei.

Gesundheitsexpertin Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.
Gesundheitsexpertin Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

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