Behörde hat entschieden: Leipziger Unfall-Straße wird zur "Stadtautobahn"

Leipzig - Auf der inneren Jahnallee im Leipziger Waldstraßenviertel soll es bald vierspurig zugehen - und das alles bei Tempo 30.

In der inneren Jahnallee ist das Parken inzwischen verboten. Radler schauen trotzdem in die Röhre.
In der inneren Jahnallee ist das Parken inzwischen verboten. Radler schauen trotzdem in die Röhre.  © Eric Mittmann

Das teilte der Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V. mit, dessen Mitglieder von der Straßenverkehrsbehörde über die Maßnahmen informiert wurden.

So soll das Kurzzeitparken auf die Seitenstraßen im Viertel verlegt werden. In drei Andienungsbereichen sollen Lieferanten von 9 bis 14 Uhr Waren anliefern können.

Damit wird es zwar weniger eng auf der Straße, doch das Verbot bringt neue Probleme mit sich: "Diese Entscheidung bedroht unsere Existenzgrundlage, denn wir sind auf die Kunden angewiesen, die diese Parkplätze nutzen. Jetzt stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel", erklärt zum Beispiel Robert Maihöfner, der den Späti "Löwentanke" betreibt.

Jörg Wildermuth, Vorsitzender des Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V. fürchtet außerdem, dass die vierspurige Straße vor allem für Fußgänger und Radler nun noch gefährlicher wird: "Wir werden Wettrennen und Überholmanöver des Autoverkehrs mit den Straßenbahnen erleben. Für unsere Schulkinder und die Besucher der Freisitze wird das zum Risiko."

Auf der Jahnallee kam es in der Vergangenheit häufer zu schweren Unfällen.
Auf der Jahnallee kam es in der Vergangenheit häufer zu schweren Unfällen.  © Ralf Seegers

Von der geforderten Radspur ist bisher nicht die Rede.

Der Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V. hatte sich dafür eingesetzt, eine Fahrbahn für Fahrradfahrer zu schaffen. Im Herbst letzten Jahres übergab der Verein eine Petition mit knapp 6000 Unterschriften an Oberbürgermeister Burkhard Jung (61, SPD). Flache Poller sollten auf Wunsch des Ökolöwen eine etwa zwei Meter breite Fahrradspur von den Autofahrern abgrenzen.

Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu schlimmen Unfällen auf der inneren Jahnallee. So war im Mai 2018 eine Fahrradfahrerin unter eine Straßenbahn geraten (TAG24 berichtete). Sie wurde dabei schwer verletzt. Im vorangegangen November musste ein Mann dort sogar sein Leben lassen. Der 80-Jährige hatte die Straße zu Fuß überquert und wurde von einem Laster erfasst.

Infolgedessen hatten Leipzigs Grüne und die LINKE Druck bei der Verwaltung gemacht, um eine geregelte Lösung für die gefährliche Situation zu finden. Mit der Einführung von Tempo 30 ist damit zwar ein Schritt getan, doch Fahrradfahrer schauen noch immer in die Röhre. Das Tempolimit soll auch dazu beitragen, den Schadstoffausstoß an der Stelle zu reduzieren. Entsprechend sollen Ampeln und Lichtsignale geregelt werden.

Die Maßnahmen sollen bereits bis zum 8. März abgeschlossen sein.

Titelfoto: Eric Mittmann

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