Werden die neuen Leipziger Wartehäuschen zur Gefahr für Bus- und Bahnnutzer?

Leipzig - In der ganzen Stadt werden derzeit neue Wartehäuschen an den Haltestellen für Bus und Bahn aufgestellt (TAG24 berichtete). Sören Pellmann (42, DIE LINKE) sieht allerdings ein großes Problem.

Der Abstand zur Werbetafel beträgt nur wenige Zentimeter, zwischen Blindenleitsystem und der fahrenden Bahn ist kein ganzer Meter Platz.
Der Abstand zur Werbetafel beträgt nur wenige Zentimeter, zwischen Blindenleitsystem und der fahrenden Bahn ist kein ganzer Meter Platz.  © Screenshot/ Twitter, Sören Pellmann

Denn wer genau hinsieht, dem fällt auf: Der Werbeträger an der Haltestelle wurde nur wenige Zentimeter vom Blindenleitsystem abgestellt. Der Abstand zu den Gleisen beträgt weniger als einen Meter. Sehbehinderte Menschen haben so kaum eine Möglichkeit, die Haltestelle zu betreten, ohne sich in Gefahr zu begeben, auch für Fahrgäste ohne Behinderung ist der schmale Steig nicht ungefährlich.

Ende Oktober machte Pellmann auf das Problem aufmerksam. "Es macht sprachlos, wie kurzsichtig die RBL Media GmbH bei der Umrüstung der Straßenbahn und Bushaltestellenhäuschen der Leipziger Verkehrsbetriebe vorgeht", so der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der LINKEN.

Die Werbeträger stehen nicht unter Verantwortung der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), sondern fallen in den Bereich der Stadt.

Pellmann forderte den sofortigen Baustopp. "Während die Verkehrsbetriebe um einen Ausbau der barrierefreien Haltestellen bemüht sind, hat der neue Haltestellenbetreiber seine Werbeflächen direkt an die Bodenindikatoren des Blindenleitsystems gesetzt und die eigentliche Barrierefreiheit ad absurdum geführt. Dieser Irrsinn muss unverzüglich gestoppt werden."

Die Stadt äußerte sich am Dienstag auf Anfrage zu der Problematik. Laut einem Sprecher der Verwaltung wurde an der Haltestelle, die sich an der Elsterpassage in Leipzig-Plagwitz befindet, fehlerhaft gearbeitet. "Die Werbefirma wird den Fahrgastunterstand an dieser Haltestelle ändern", heißt es vonseiten der Stadt. Auch gehe man jedem Hinweis, der darauf hinweise, dass die Durchgangsbreiten nicht eingehalten würden.

Generell sei laut Richtlinien ein Mindestabstand von 0.6 Metern zwischen Blindenleitstreifen und Werbeträgern einzuhalten.

Titelfoto: Screenshot/ Twitter, Sören Pellmann

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