Neues Video soll Polizeigewalt bei LEGIDA-Demo zeigen

Das Video zeigt Böhme zufolge die gewaltsame Auflösung einer Sitzblockade bei einer LEGIDA-Demo im April 2015.
Das Video zeigt Böhme zufolge die gewaltsame Auflösung einer Sitzblockade bei einer LEGIDA-Demo im April 2015.

Leipzig - Seit Dienstag muss sich ein Polizist vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten. Er soll bei einer LEGIDA-Demonstration am 20. April 2015 Gegendemonstranten geschlagen haben. Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (27, Linke) hat ein neues Video veröffentlicht, das einen weiteren Vorfall zeigt.

Böhme zufolge handelt es sich bei dem Filmmaterial um ein Polizeivideo von einer LEGIDA-Demo am 20. April. Es zeigt einen Polizeieinsatz gegen eine Sitzblockade am Neuen Rathaus Ecke Harkortstraße.

In dem Video seien weitere Einzelheiten der Eskalation von Einsatzeinheiten der Polizei zu beobachten, die bisher nicht in den Medien veröffentlicht worden seien, so der Landtagsabgeordnete.

Zu sehen ist, wie Beamte eine Sitzblockade von Gegendemonstranten umkreisen und gewaltsam auflösen. Laut Böhme sollen die Aktivisten im Vorfeld keine Polizeisperre oder ähnliches durchbrochen haben.

Es wird mit Pfefferspray und zum Teil auch mit Schlägen und Tritten gegen die Blockade-Teilnehmer vorgegangen, ohne dass der Grund für den Einsatz solcher Mittel erkenntlich wird. Dass die Gewalt von den Gegendemonstranten ausgegangen sein könnte, ist in dem Video ebenfalls nicht ersichtlich.

"Solche Vorfälle zerstören das Vertrauen in die Polizei und sind schädlich für unsere Demokratie!", kommentiert Böhme das von ihm veröffentliche Videomaterial. Er fordert eine individuelle Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten und eine Justiz, die derartige Vorfälle bestraft und die betreffenden Beamten aus dem Polizeidienst entfernt.

Böhme war nach eigenen Angaben Augenzeuge des Vorfalls am Neuen Rathaus Ecke Harkortstraße und hatte damals selbst Anzeige gegen die Einsatzführung gestellt. Damals habe jedoch kein Beamter direkt identifiziert werden können.


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