Leipziger Studie: Dicke gefährden Gehirn und erkranken schneller an Alzheimer

Leipzig - Starkes Übergewicht gefährdet das Gehirn und erhöht das Risiko für Alzheimer-Demenz. Das ist ein Ergebnis der großen Studie zur Volksgesundheit in Sachsen, die das Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationskrankheiten (LIFE) nun fortsetzt.

LIFE-Studienleiter Prof. Markus Löffler und Institutsleiterin Prof. Steffi Riedel-Heller haben Gesundheitsdaten von 10.000 Sachsen im Alter von 20 bis 80 Jahren gesammelt.
LIFE-Studienleiter Prof. Markus Löffler und Institutsleiterin Prof. Steffi Riedel-Heller haben Gesundheitsdaten von 10.000 Sachsen im Alter von 20 bis 80 Jahren gesammelt.  © Alexander Bischoff

Seit nunmehr sieben Jahren läuft die landesweit größte epidemiologische Untersuchung, an der sich bislang 10.000 Erwachsene im Alter von 20 bis 80 Jahren beteiligt haben. Zwölf Forschungsgruppen unterschiedlichster Bereiche der Leipziger Universitätsmedizin und namhafter nationaler Institute wollen so Ursachen und Auslösern heutiger Zivilisationskrankheiten auf die Spur kommen.

Neuste Studienerkenntnis: Starkes Übergewicht gefährdet das Gehirn und seine geistigen Fähigkeiten, berichtete LIFE-Studienleiter Professor Markus Löffler (63). An der Studie beteiligte Neurowissenschaftler des Max-Planck-Instituts fanden heraus, dass bei adipösen Menschen höheren Alters das Ruhezustandsnetzwerk des Gehirns (DMN) schwächer vernetzt ist und dadurch Prozesse wie Erinnern und Planen schlechter funktionieren.

"Das ist ein wichtiges Indiz für eine Alzheimer-Demenz", so Professor Löffler. Anzeichen, die sonst erst im hohen Alter oder bei drohender Demenz zu sehen seien, würden sich bei stark Übergewichtigen bereits früher im Leben zeigen.

Mit den Erkenntnissen aus der LIFE-Studie könnten nun neue Normwerte für klinische Gedächtnistests gebildet werden, beschrieb Professorin Steffi Riedel-Heller (54), Leiterin des Institut für Sozialmedizin, den Nutzen für die Früherkennung.

Bis 2020 wird die große Volksgesundheitsstudie fortgesetzt. In der aktuellen Etappe, die letzte Woche startete, finden unter anderem Massenuntersuchungen zu Augen- und Gefäßerkrankungen, Leberzirrhose, Hautalterung und Umweltbelastungen statt.

Studienassistentin Conny Höpfner (l.) untersucht die Augen von Probantin Margarita Denich. Aktuell widmet sich die LIFE-Studie unter anderem Krankheiten der Netzhaut und des Sehnervs.
Studienassistentin Conny Höpfner (l.) untersucht die Augen von Probantin Margarita Denich. Aktuell widmet sich die LIFE-Studie unter anderem Krankheiten der Netzhaut und des Sehnervs.  © Alexander Bischoff

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