Nach brutaler Vergewaltigung im Rosental: So reagiert die Stadt

Nach dem brutalen Überfall auf eine Joggerin im Leipziger Rosental, wollen Stadt und Polizei mehr Präsenz zeigen. (Archivbild)
Nach dem brutalen Überfall auf eine Joggerin im Leipziger Rosental, wollen Stadt und Polizei mehr Präsenz zeigen. (Archivbild)  © Alexander Bischoff

Leipzig - Die Stadt reagiert auf den brutalen Vorfall im Rosental: Ab sofort sind die Mitarbeiter des Leipziger Ordnungsamtes verstärkt in den Parks zu sehen.

Sowohl im Rosenthal als auch an anderen öffentlichen Plätzen, zum Beispiel dem Clara-Zetkin-Park laufen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes zwischen 9 und 21 Uhr Streifen beziehungsweise Doppelstreifen. Dafür wurden die bisherigen Streifen zusammengezogen, die Schichten der Mitarbeiter umgestellt.

Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke, 42) betonte, das sein Dezernat und er selbst in den vergangenen Tagen in engem Kontakt mit der Polizeidirektion Leipzig und Polizeipräsident Bernd Merbitz standen.

Dabei ging es um die Frage, wie die Stadt mit ihren Kräften die Streifentätigkeit der Leipziger Polizei unterstützten kann.

Die Polizei selbst habe ihre Präsenz im Rosental sowie an weiteren öffentlichen Plätzen und Parks erhöht, so der Ordnungsbürgermeister.

Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (l.) lässt die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ab sofort von 9 bis 21 Uhr auf Streife gehen.
Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (l.) lässt die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ab sofort von 9 bis 21 Uhr auf Streife gehen.

Rosenthal wies nochmals darauf hin, dass am 1. Oktober zehn neue Mitarbeiter das Ordnungsamt verstärken. Am 1. Januar 2018 kämen zehn weitere hinzu. Künftig will die Stadt insbesondere ein Auge auf die Zustände vor dem Leipziger Hauptbahnhof werfen.

Hierzu soll eine neue Dienstgruppe "Zentrum" entstehen, um auf die zunehmenden Beschwerden in diesem Bereich mit mehr Streifen reagieren zu können - auch in Grünau und am Rabet will man mehr Präsenz zeigen.

Allerdings wiesen Rosenthal und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD, 59) darauf hin, dass das Ordnungsamt beziehungsweise der Stadtordnungsdienst kaum Befugnisse hätten. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes dürfe nicht einmal einen Fahrradfahrer anhalten, so Jung.

Rosenthal ergänzte, dass seine Mitarbeiter Personen bei begangenen Ordnungswidrigkeiten nicht automatisch festsetzen dürften. Je nach Schwere der Ordnungswidrigkeit brauche man zur Feststellung der Identität die Hilfe der Polizei. Vor diesem Hintergrund forderte Jung, das sächsische Polizeigesetz müsse entsprechend geändert werden.

Auch Maßnahmen wie Öffnungszeiten für bestimmte Bereiche öffentlicher Plätze und Parks sowie gesonderte Verhaltensregeln seien in der Diskussion. Die Stadt wolle sich hier am Rat von ausgewiesenen Experten orientieren, so Rosenthal.

Konkret wird derzeit diskutiert, ob die Sporthalle am Rabet, die bereits zweimal beschädigt wurde, künftig nur noch zu bestimmten Tageszeiten zugänglich ist. Das hieße aber auch, dass Leipzig neue Zäune und Begrenzungen bekommt.


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