In Leipzig startet die spannendste OB-Wahl seit der Wende

Leipzig - Ring frei zur ersten Runde: In Leipzig sind am Sonntag 472.000 Frauen und Männer aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Erwartet wird die spannendste OB-Wahl seit 1990. Wie wirken sich Klimawandel, Verkehrspolitik und linksextreme Randale an den Wahlurnen aus? Eine Analyse von TAG24-Redakteur Alexander Bischoff.

Leipzig wählt am Sonntag einen neuen Oberbürgermeister.
Leipzig wählt am Sonntag einen neuen Oberbürgermeister.  © Peter Endig/dpa

Seit 30 Jahren ist das Leipziger Rathaus in der Hand der Sozialdemokraten. Burkhard Jung (61, SPD) hält seit 14 Jahren das Zepter in der Hand und möchte weitere sieben Jahre regieren. Sieben Frauen und Männer wollen das verhindern und selbst den Thron besteigen (TAG24 berichtete).

Dass im ersten Wahlgang eine Entscheidung fällt, gilt als unwahrscheinlich. Aber er wird zeigen, welches Lager in Leipzig die Nase vorn hat. Im Mitte-Links-Teich fischen neben Amtsinhaber Jung die Grüne Katharina Krefft (41), Linken-Kandidatin Franziska Riekewald (39), Piratin Ute Elisabeth Gabelmann (38) sowie Spaß-Kandidatin Katharina Subat (31, Die Partei)

Weniger Gedränge herrscht bei Mitte-Rechts: Wissenschaftminister Sebastian Gemkow (41, CDU), AfD-Mann Christoph Neumann (55) und Marcus Viefeld (44) von der FDP zielen auf diese Wähler-Klientel.

Zu erwarten ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Jung, Krefft und Gemkow. Während Jung vor allem auf seinen Amtsbonus setzen kann, ist Krefft die Hoffnungsfrau des jungen, umweltbewussten Bildungsbürgers mit Vorliebe für Öffentlichen Nahverkehr. Gemkow dürfte für all jene die erste Wahl sein, denen Sicherheit wichtig ist und die sich als Autofahrer in der Stadt zunehmend diskriminiert fühlen. Die zahlreichen linksextremen Anschläge der vergangenen Wochen, die Randale zu Silvester und bei der „Tag i“-Demo dürften zudem viele bislang unentschlossene Wähler ins Gemkow-Lager spülen.

Und die AfD? Ich glaube: Wer in Leipzig Rechtsaußen wählt, wird Links bekommen! Denn sollte AfD-Kandidat Neumann im ersten Wahlgang ein starkes Ergebnis einfahren, ist im Mitte-Links-Lager eine AfD-Verhinderungskoalition sehr wahrscheinlich, sprich die Einigung von SPD, Linken und Grünen auf einen gemeinsamen Kandidaten. Auch Gemkow wäre dann chancenlos.

Halten SPD, Grüne und Linke ihre Kandidaten hingegen auch im zweiten Wahlgang am 1. März im Rennen, spricht vieles für einen CDU-Oberbürgermeister. Vor allem dann, wenn die AfD ihren Kandidaten zurückziehen würde.

Eine Entscheidung im ersten Wahlgang gilt aktuell jedoch als unwahrscheinlich.
Eine Entscheidung im ersten Wahlgang gilt aktuell jedoch als unwahrscheinlich.  © bizoon/123RF

Mehr zum Thema Leipzig Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0