Wenige Teilnehmer, viel Polizei: Poggenburg-Demo fand in Connewitz statt

Leipzig - Mit großem Polizeiaufgebot und hunderten Gegendemonstranten hat am Samstag die Kundgebung von André Poggenburg im linken Stadtteil Connewitz stattgefunden.

Zahlreiche Gegendemonstranten sammelten sich in der Brandstraße.
Zahlreiche Gegendemonstranten sammelten sich in der Brandstraße.  © Anke Brod

Schon im Vornherein hatte die Stadt Leipzig über mögliche Verkehrsbeeinträchtigungen im Süden der Stadt informiert. Ein Großaufgebot der Polizei positionierte sich in der Brandstraße, unter anderem mit Wasserwerfern und einer Hundertschaft.

Kurz vor 11 Uhr tauchte der AfD-Mann am Kundgebungsort auf. Nach ersten Angaben sollen etwa zehn Teilnehmer erschienen sein. Poggenburg hielt eine Rede, gegen 12 Uhr war die Kundgebung bereits wieder beendet.

Ab 10 Uhr war ein Demozug unter dem Namen "Schulter an Schulter gegen Faschismus" mit etwa 600 Teilnehmern unterwegs, der sich in Sichtweite von Poggenburgs Demo positionierte. Dieser wurde von dem Bündnis "linXXnet" organisiert. Auch das Netzwerk "Leipzig nimmt Platz" war vor Ort.

In der Nacht zum Samstag hatten im ganzen Connewitzer Stadtviertel mehrere Mülltonnen gebrannt. Ob es einen Zusammenhang mit der Demo gibt, ist unklar. Niemand wurde verletzt.

UPDATE, 15.55 Uhr: Polizei zieht Bilanz

Nach den Demonstrationen in Connewitz hat die Polizei nun Bilanz gezogen. Demnach seien die Proteste und Kundgebungen insgesamt friedlich Verlaufen. Lediglich zu Beginn der Versammlung "Schulter an Schulter gegen Faschismus" sei es aus der Menge heraus zu Beleidigungen gegen Polizeibeamte gekommen.

"Es ist meines Erachtens nach nicht hinnehmbar, dass die, die das Versammlungsrecht nutzen, diejenigen beschimpfen und beleidigen, welche das Versammlungsrecht gewährleisten und schützen. Dass hier u. a. Äußerungen, wie „Bullenschweine“ getätigt werden, ist nicht akzeptabel", so Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schulze dazu.

Die Polizei ermittle zum aktuellen Zeitpunkt in einem Fall wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen drei Ordnungswidrigkeiten.

Im Zuge der Demos kam es im öffentlichen Nahverkehr zu kleineren Einschränkungen.

Seit mehreren Jahren hatte Poggenburg bereits versucht, in Connewitz eine Kundgebung abzuhalten.
Seit mehreren Jahren hatte Poggenburg bereits versucht, in Connewitz eine Kundgebung abzuhalten.  © Sebastian Kahnert/dpa

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