Die XL-Tram ist zurück: LVB rechnen aber mit weiteren Ausfällen

Die LVB testen die XL-Tram derzeit auf der Linie 4.
Die LVB testen die XL-Tram derzeit auf der Linie 4.  © LVB

Leipzig - Nach sechs Tagen in der Werkstatt ist sie wieder da: Die XL-Tram ist am Dienstag auf die Schienen zurückgekehrt. Schuld an der Zwangspause war ein Programmierfehler.

Dieser sorgte nach einem Update für Probleme mit der Antriebstechnik. "Die Bahn hätte im schlimmsten Fall stehen bleiben können", sagte LVB-Sprecher Marc Backhaus der "Leipziger Volkszeitung".

Deshalb ging es am vergangenen Wochenende erst einmal zurück in die Werkstatt der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) (TAG24 berichtete). Dort arbeitete ein Team des polnischen Herstellers Solaris an einer Lösung. Am Montag gaben die Techniker grünes Licht.

Laut LVB-Sprecher Marc Backhaus können solche Fehler im Probebetrieb auch weiterhin auftreten. Er verglich die neu entwickelte Straßenbahn mit einem Auto: "Auch hier steckt in Neuentwicklungen jede Menge moderne Technik drin, die in der alltäglichen Praxis mit Insassen getestet werden muss. Mit einem großen Unterschied: Wenn ein Testfahrzeug Probleme macht und liegen bleibt, bekommt es niemand mit."

Kritik an der als zu kurz empfundenen Entwicklungszeit von 18 Monaten wies Backhaus zurück: "Die Vorlaufzeit für das Projekt betrug vier bis fünf Jahre. Wir sind mit dem Fahrzeug im branchenüblichen Zeitraum der Inbetriebnahme geblieben." Allerdings bezeichnete er die Anpassungszeit des ersten Prototypen an das Leipziger Netz als "sportlich". Dieser war seit Dezember ein halbes Jahr lang geprüft und an die Messestadt angepasst worden.

Die LVB haben einen straffen Zeitplan: Bis 2020 sollen insgesamt 41 XL-Trams durch Leipzig rollen und die alten Tatra-Bahnen ersetzen. In den kommenden Wochen wollen die LVB zunächst weitere Exemplare der neuen Vorzeige-Bahn auf der Linie 4 einsetzen. Wann genau, steht noch nicht fest.


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