"Leipzig zeigt Courage!" macht zum 22. Mal stark gegen Rassismus

Leipzig - Am 30. April ist es wieder soweit: Die Stadt bekennt Farbe im Kampf gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus. Zum 22. Mal findet das "Leipzig zeigt Courage!"-Open Air statt.

Karikaturist Schwarwel, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel, Heike Engel vom ANKER e.V., Sozialbürgermeister Thomas Fabian und MB-Programmchef Rick Barkawitz mit dem neuen Plakat zum diesjährigen "Leipzig zeigt Courage!"- Open Air.
Karikaturist Schwarwel, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel, Heike Engel vom ANKER e.V., Sozialbürgermeister Thomas Fabian und MB-Programmchef Rick Barkawitz mit dem neuen Plakat zum diesjährigen "Leipzig zeigt Courage!"- Open Air.

Erst zum zweiten Mal wird nicht, wie in den letzten zwanzig Jahren, auf dem Marktplatz gefeiert, sondern an der Moritzbastei. Nachdem das Open Air im letzten Jahr beinahe abgeblasen wurde (TAG24 berichtete), wechselte die Location. Neu war 2018 auch der "Markt der Möglichkeiten", der auch in diesem Jahr ab 16 Uhr wieder Vereine, Initiativen und Konzertbesucher ins gemeinsame Gespräch bringen soll.

Veranstalter des Konzerts, bei dem Tim Thoelke und Julius Fischer durchs Programm führen werden, ist der ANKER e.V. Schirmherr der Veranstaltung ist wie immer Leipzigs Oberbürgermeister. "Das Benefiz-Open-Air [...] ist eine seit vielen Jahren von zivilgesellschaftlichen Akteuren getragene Veranstaltung, die wir als Stadt auch in diesem Jahr wieder gern unterstützen", so Burkhard Jung (61, SPD).

"Leipzig ist und bleibt ein Ort der Vielfalt" pflichtet auch Sozialbürgermeister Thomas Fabian bei. Einer, der seit 1997 dabei ist, ist Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel (52). "Ich habe ein richtiges 'Und täglich grüß das Murmeltier'-Gefühl", blickt der Ur-Leipziger auf die Jahre zurück. Dennoch sei das Thema wohl aktueller denn je, so der Sänger. "Die Nazis aus den 90ern sind die Eltern der Kinder von heute", drückt es Krumbiegel drastisch aus. Der 52-Jährige engagiert sich seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit und ist Mitinitiator des "Leipzig zeigt Courage!"-Open Airs.

Diese Bands setzen auf der Bühne ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

In den letzten 20 Jahren fand das Open Air auf dem Marktplatz statt.
In den letzten 20 Jahren fand das Open Air auf dem Marktplatz statt.

Das bietet auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges musikalisches Programm: So wird in diesem Jahr Dota mit Band ("Rennrad") schon zum zweiten Mal dabei sein. Außerdem wird Danger Dan von der Antilopengang ("Sand in die Augen") den Leipzigern einheizen. Auch die Leipziger Band Das Paradies ("Goldene Zukunft"), die beim Label von Herbert Grönemeyer gesigned ist, sagte sofort Ja, als Krumbiegel bei einem zufälligen Treffen im Ilses Erika in der Südvorstadt anfragte.

Gato Preto ("Pirao") runden mit einem Mix aus afrikanischen Beats und elektronischen Klängen das Programm ab. "Es ist uns wichtig, dass die Musiker mit ihren Texten Dinge transportieren, die auch wir vermitteln wollen", betont Rick Barkawitz, der Programmchef der Moritzbastei.

Auch eine Nachwuchs-Band wird sich wieder für einen Slot auf dem Open Air qualifizieren können. Die Gewinner-Gruppe wird am 26. April in der Halle 5 (Windscheidstraße 51) auserkoren. Das Jugendfestival "Junge Musiker gegen Gewalt und Rassismus" wird von den Jugend- und Kulturvereinen ANKER, Halle 5 und Villa veranstaltet. Wie Heike Engel, Geschäftsführerin des ANKER e.V., erzählt, ging in diesem Jahr sogar eine Anmeldung aus Frankfurt am Main ein. "Das zeigt, dass die Botschaft über die Stadtgrenzen hinausgeht."

Und auch der Freistaat Sachsen "So geht sächsisch" beteiligt sich in diesem Jahr an dem Event und gibt neben der Stadt Leipzig eine ordentliche Finanzspritze. Zusätzlich unterstützt wird "Leipzig zeigt Courage!" von der Leipzigstiftung, dem Westin Hotel, ENK Leipzig und Gangart, die Plakate und Flyer für lau beisteuern. Das Logo dafür kommt wie immer von dem Leipziger Künstler Schwarwel.

"Wir wollen nicht erziehen, sondern sensibilisieren", so Sänger Sebastian Krumbiegel. Und das seit 22 Jahren.

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