Sorge um Leipziger Elefantenbaby: Mutter Hoa muss mit Spritzen beruhigt werden

Leipzig - Noch immer herrscht große Anspannung bei den Pflegern im Elefantenhaus des Leipziger Zoos. Nach der Geburt eines Jungtieres am 25. Januar ist Hoa nach wie vor nicht gänzlich in ihrer Mutterrolle angekommen. Die 33-Jährige muss sogar mit Spritzen beruhigt werden.

Nachts hatte Mutter Hoa mehrere Stunden neben dem abgrenzten Bereich geschlafen, in dem ihr Kind zeitweise gehalten wird.
Nachts hatte Mutter Hoa mehrere Stunden neben dem abgrenzten Bereich geschlafen, in dem ihr Kind zeitweise gehalten wird.  © Zoo Leipzig

Rund um die Uhr muss der kleine Bulle vor möglichen Attacken seine Mama geschützt werden. Der asiatische Dickhäuter ist extrem schreckhaft, hat noch nie jemanden an ihren Bauch gelassen. Zum Glück änderte sich das nach der Geburt ihres bereits dritten Jungtiers. Dennoch stehen die Pfleger ständig für den Ernstfall bereit (TAG24 berichtete).

Kürzlich erklärte der Zoo, dass es in "sehr kleinen Schritt voran" geht. "Das liegt einfach daran, dass wir den Elefanten immer wieder Zeit geben, sich an Neues zu gewöhnen, um ihnen Sicherheit zu geben und Unruhe zu reduzieren. Es nützt nichts, sie zu überfordern und damit Stress auszulösen, deshalb beobachten wir die Gruppe genau, geben ihnen die Gelegenheit, selbst zu beobachten und planen anhand ihres Verhaltens jeweils den nächsten Schritt", heißt es.

Elefantendame Hoa wurde in den ersten Tagen nach der Geburt mit Ketten fixiert. Denn 2012 trampelte sie ihr Jungtier nach Geburt tot. Drei Jahre später musste Hoas Kind nach einer Oberschenkel-OP eingeschläfert werden (TAG24 berichtete).

So einfach wie hier lässt Hoa ihr Jungtier nicht immer an ihre Zitzen.
So einfach wie hier lässt Hoa ihr Jungtier nicht immer an ihre Zitzen.  © Zoo Leipzig

Aus eben diesen Gründen herrscht erhöhte Alarmbereitschaft.

Für den kleinen Bullen wurde aus Strohballen ein abgegrenzter Bereich erschaffen, den die Pfleger "Kinderzimmer" nennen. So können sich auch die Tanten Don Chung und Rani an den kleinen Dickhäuter gewöhnen. "Die beiden sind interessiert und können selbst entscheiden, wie lange sie die Nähe suchen", teilte eine Sprecherin mit.

Hoa reagiere zwar, wenn ihr Baby ruft und habe auch nachts mehrere Stunden vor dem Kinderzimmer geschlafen, "sie braucht aber noch Zeit, bis sie die ständige Gegenwart ihres Jungtieres akzeptiert", so der Zoo.

Ganz geheuer ist dem Muttertier die Situation aber noch nicht. Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard musste die 33-Jährige schon mit einer Spritze beruhigen, damit ihr Kind trinken konnte.

Die Pfleger wissen: "Wenn sie es drauf anlegt, hast du keine zweite Chance. Das muss man hellwach und den Tick schneller sein als der Elefant."

Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard (r.) verabreicht Hoa bei Bedarf eine Spritze, dass diese ihr Jungtier trinken lässt.
Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard (r.) verabreicht Hoa bei Bedarf eine Spritze, dass diese ihr Jungtier trinken lässt.  © Screenshot/YouTube
Im eigens gebauten "Kinderzimmer" können sich neben Mutter Hoa auch die Tanten Don Chung und Rani an den kleinen Bullen gewöhnen.
Im eigens gebauten "Kinderzimmer" können sich neben Mutter Hoa auch die Tanten Don Chung und Rani an den kleinen Bullen gewöhnen.  © Zoo Leipzig

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