Kampagne "Zukunft Sachsen" will verhindern, dass die AfD im Freistaat regiert

Leipzig - In wenigen Wochen wird im Freistaat gewählt: Am Sonntag, den 1. September stehen die 7. Sächsischen Landtagswahlen an. Die Kampagne "Zukunft Sachsen" setzt sich dafür ein, dass die AfD nicht in die Regierung kommt.

Sascha Kodytek (23) aus Leipzig gehört zur Initiative "Zukunft Sachsen".
Sascha Kodytek (23) aus Leipzig gehört zur Initiative "Zukunft Sachsen".  © Zukunft Sachsen

Wie die Initiative aus Leipzig das erreichen will? Mit taktischem Wählen. Die Gruppe, die sich aus Menschen jeden Alters und aus unterschiedlichen Ecken Sachsens zusammensetzt, ging im März an den Start. "Nach der Europawahl wussten wir: Die Zahlen, auf denen wir unsere Kampagne stützen, die passen", erzählt Sascha Kodytek (23) von "Zukunft Sachen" im Gespräch mit TAG24. Bei den Wahlen im Mai zog die AfD an der CDU als stärkste Kraft in Sachsen vorbei.

Das erklärte Ziel der Gruppe sei, "alle Sachsen und Sächsinnen darüber zu informieren, dass sie am 1. September taktisch wählen können, wenn sie wollen, dass die AfD für die nächsten fünf Jahre weit entfernt ist von den Schalthebeln der Macht." Das könnte unter der Zusammenarbeit von AfD und CDU passieren. Fast alle 60 Direktkandidaten der sächsischen Christdemokraten sprachen sich allerdings - auf Anfrage von "Zukunft Sachsen" - gegen eine Koalition mit der blauen Partei aus.

Natürlich ist aber auch das keine hundertprozentige Zusage. Allerdings würde sich die Partei, solle es doch zu einer Koalition mit der AfD kommen, in Kodyteks Augen unglaubwürdig machen: "Es wäre ein Wortbruch auf weiter Ebene."

Kenia als neue Hoffnung für Sachsen?

Seit März setzt sich die Kampagne dafür ein, Bürger in Sachsen über das taktische Wählen zu informieren.
Seit März setzt sich die Kampagne dafür ein, Bürger in Sachsen über das taktische Wählen zu informieren.  © Zukunft Sachsen

Die besten Chancen hat laut der Initiative das Trio aus CDU, SPD und Grünen, die Kenia-Koalition. Sollte es zu einer Minderheitsregierung kommen, müsste für jedes Gesetz eine neue Mehrheit gebildet werden - ein Szenario, gegen das sich die Kampagne ebenso ausspricht.

Dass die Gruppe keine Gründe für die Ablehnung der Partei liefert, wurde bereits häufiger kritisiert. Kodytek erklärt das so: "Sobald man anfängt, einen Grund anzugeben, spricht man nicht mehr jeden mit der Kampagne an." So sei für viele die rechtspopulistische Einstellung der Partei ein Problem, dem Nächsten sei der Umweltschutz das wichtigste Thema, für wiederum andere stünden vor allem Finanzierung und Wirtschaft im Vordergrund. "Es ist nicht möglich, alle Themen gleichzeitig abzudecken. Und schon landet man in der Filterblase, das wollen wir vermeiden." Der Initiative gehe es um "das große Ganze".

Warum die AfD gerade in Sachsen so großen Zuspruch findet, kann sich Kodytek selbst nicht erklären. "Sachsen ist das wirtschaftlich stärkste Bundesland im Osten, in Sachsen leben wenig Migranten. [...] Auch schon vor Pegida gab es hier etwas, was man 'Sächsische Verhältnisse' nennt - zum Beispiel rechtsextremistische Aktivitäten rund um Dynamo Dresden." Vielleicht sollte man der Suche nach Gründen aber auch ein Ende setzen und sich stattdessen auf die Gestaltung der Zukunft konzentrieren, so der Leipziger.

Kodytek selbst engagiert sich seit seiner Schulzeit gegen Rechtspopulismus und -extremismus. Mit 18 Jahren ging er gegen Pegida in Dresden auf die Straße, organisierte selbst Demonstrationen.

Es sei Zeit, "gute, zukunftsweisende Projekte für Sachsen auf den Weg zu bringen, damit die Menschen merken, dass sich etwas bewegt." Der Jura-Student weist auf bereits angelaufene Unternehmungen wie die Verbesserung der Infrastruktur in ländlichen Gebieten oder die Investition in die Wasserstoffforschung in Görlitz hin.

Er selbst werde taktisch wählen. Für welche Partei Sascha sein Kreuzchen setzt, weiß er aber noch nicht. Auch, ob es die Kampagne "Zukunft Sachsen" nach der Wahl noch geben wird, ist noch nicht klar. "Es gibt so schöne Projekte, die man hier initiieren kann. [...] Ich denke, dass man sich für eine Sache, die man für richtig hält, einsetzen muss. Ganz gleich, ob die AfD in die Regierung kommt oder nicht - ich würde mein Hirn anschmeißen und eine Lösung finden."

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