Aus und vorbei: Das So&So macht dicht

Leipzig - Es liegen Monate des Hoffens und Bangens hinter der Crew des So&So. Doch obwohl die Fan-Gemeinde riesig ist und das So&So zu den angesagtesten Clubs der Stadt gehört, sind seine Tage gezählt.

Demos und Unterschriften haben nichts genützt: Das So&So muss den Eutritzscher Freiladebahnhof räumen.
Demos und Unterschriften haben nichts genützt: Das So&So muss den Eutritzscher Freiladebahnhof räumen.  © Screenshot/Facebook/So&So

Im Juli verkündete die Institution, dass sowohl das So&So als auch der TV Club einem riesigen Bauprojekt der Stadt Leipzig und der CG Gruppe weichen müssen (TAG24 berichtete). Diese errichten ein Wohnviertel auf dem Gelände des Freiladebahnhofs in Eutritzsch.

Dort, wo momentan noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden kann, sollen dann Familien einziehen. Stadt und Investor sprechen von rund 2000 Wohnungen für 3300 Menschen. Auch der soziale Aspekt soll eine Rolle spielen, denn 30 Prozent werden für den sozialen Wohnungsbau reserviert. Hinzu kommen über 300 Kita-Plätze, eine Grundschule und eine weiterführende Schule (TAG24 berichtete).

Um die Clubkultur in Leipzig zu retten, wurden über 5500 Unterschriften gesammelt und Oberbürgermeister Burkhard Jung (60, SPD) übergeben. Darüber hinaus nahmen im September tausende Menschen an einer Demonstration zum Anliegen durch die Leipziger Innenstadt teil (TAG24 berichtete). Doch es nützt alles nichts: die Clubs müssen raus.

Am Freitag schrieben die Betreiber des So&So auf Facebook: "Leider zeichnet sich ab, dass alle Anstrengungen, die wir gemeinsam seit unserer Kündigung unternommen haben unser Schicksal nicht beeinflussen konnten. Das Einzige, dass wir erreichen konnten, ist eine Duldung bis Mitte Februar, danach soll unser Gebäude abgerissen werden. Sollte nicht noch ein Wunder geschehen ist damit Ende Januar Schluss."

Bis zum letzten Januarwochenende sollen sich die partywütigen Anhänger von der Disko in der Leipziger Theresienstraße verabschieden können. "Danach haben wir noch 2 Wochen um Tränen zu vergießen, unsere Sachen zu packen, zu gehen", heißt es.

Insgesamt seien noch ein dutzend Veranstaltungen geplant. Dann hoffen die Betreiber darauf, das So&So an anderer Stelle wiedereröffnen zu können. Sollte das nicht gelingen, wird Leipzig ein wichtiges Stück Club-Kultur fehlen.


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