So hilft eine Leipziger Klinik kleinen Unglücksraben

Kinderorthopädin Dr. Babett Döhnert (Mitte) und Oberarzt Dr. Boris Wesseler ermöglichen Kindern wie Antonio (links) ein ganz normales Leben in ihrer Heimat.
Kinderorthopädin Dr. Babett Döhnert (Mitte) und Oberarzt Dr. Boris Wesseler ermöglichen Kindern wie Antonio (links) ein ganz normales Leben in ihrer Heimat.  © DKL/Kay Zimmermann

Leipzig - Der kleine Antonio aus Angola hat sich das Prädikat "tapfer" redlich verdient: Der Siebenjährige liegt mit eingegipsten Beinen ganz allein im Diakonissenkrankenhaus in Leipzig. Dort therapiert ein Ärzteteam die angeborenen Klumpfüße des Jungen.

Antonio hat Glück: Dank der Initiative "Friedensdorf International" befindet er sich zur Behandlung in Deutschland. In seinem Heimatland Angola war eine solch aufwändige Therapie unmöglich beziehungsweise für seine Eltern unbezahlbar. Wäre er nicht für eine Behandlung in Deutschland ausgewählt worden, hätte er sich wohl mit seiner Behinderung abfinden müssen.

Das Diakonissenkrankenhaus in Leipzig ist seit 1994 Teil der seit 50 Jahren bestehenden Initiative. 45 kranke oder verletzte Kinder aus Kriegs- oder Krisenregionen kamen seitdem zur kostenlosen medizinischen Versorgung nach Leipzig.

Doch nicht jedes Kind aus einem Krisengebiet kann zur Therapie nach Deutschland kommen. Nur wenn eine medizinische Behandlung in der Heimat nicht möglich, in Deutschland aber erfolgversprechend ist und die Eltern sich einen Klinikplatz im Ausland selbst nicht leisten können, wird "Friedensdorf International" aktiv.

Der kleine Antonio aus Angola ist ein solcher Fall. Derzeit wohnt der Siebenjährige in einem Friedensdorf in Berlin und kommt nun über einen Zeitraum von sechs Wochen regelmäßig zur Therapie ins Leipziger Diakonissenkrankenhaus. Seine Behandlung gliedert sich in drei Etappen: Im ersten Schritt wurden Antonios Beine wöchentlich neu eingegipst, bis die angestrebte Korrekturstellung seiner Füße erreicht war. Dann folgte eine Operation an beiden Füßen, bei denen speziell die Sehnen gerichtet wurden. Derzeit muss der kleine Patient in einem letzten Schritt noch einmal eine längere Gipsbehandlung über sich ergehen lassen.

"Wenn alles nach Plan läuft, wird Antonio nach der Behandlung einmal auf geraden Füßen stehen und weitgehend normal laufen können", so Dr. Boris Wesseler, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Diakonissenkrankenhaus. Unterstützt werden die Ärzte vom Pflegeteam des Hauses, das sich liebevoll um den allein nach Deutschland gekommenen Patienten kümmert.

Die Mehrzahl der in Leipzig behandelten Friedensdorf-Patienten kam bislang aus Afrika und Asien. Bei den Fällen handelte es sich vor allem um Knocheninfektionen und Fehlstellungen der Beine. Das Diakonissenkrankenhaus übernahm dabei stets die kompletten Behandlungs- und Pflegekosten.


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