Leipziger Forscher untersuchen dramatische Eisschmelze am Nordpol

Welche Rolle spielen Wolken bei der dramatischen Eisschmelze in der Arktis? Dieser Frage wollen die Leipziger Forscher auf ihrer Expedition nachgehen.
Welche Rolle spielen Wolken bei der dramatischen Eisschmelze in der Arktis? Dieser Frage wollen die Leipziger Forscher auf ihrer Expedition nachgehen.  © Alfred-Wegener-Institut

Bremerhaven/Leipzig - Mit dem Eisbrecher "Polarstern" haben sich Leipziger Forscher am Mittwoch auf den Weg nach Spitzbergen gemacht. Dort wollen sie herausfinden, was Wolken mit der dramatischen Erwärmung der Arktis zu tun haben.

Denn in den vergangenen 25 Jahren hat sich die Region um den Nordpol zwei- bis dreimal stärker erwärmt als der Rest der Erde.

Die Folgen: Das arktische Meereis schmilzt im Sommer deutlich schneller. Mittlerweile hat sich die Eisfläche halbiert.

Setzt sich dieser Trend fort, könnte der Nordpol in einigen Jahrzehnten im Sommer komplett eisfrei sein – mit gravierenden Folgen für die Schiffahrt und das Wetter in Europa.

Doch warum schmilzt das Polareis in einem solchen Rekordtempo? Darauf wollen die Forscher bei ihrer Expedition eine Antwort finden.

"Der rasante Anstieg der Temperaturen in der Arktis ist ein klares Indiz dafür, dass die schnelllebige Atmosphäre eine große Rolle dabei spielt. Aber das Zusammenspiel von Meereis, Wolken und Aerosol in der Übergangszone zwischen offenem Ozean und Meereis ist bislang noch nicht gut verstanden", so Andreas Macke, Direktor des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS).

Das Leipziger TROPOS leitet den ersten Teil der Expedition zur norwegischen Inselgruppe Svalbard. An der ein Monat dauernden Messkampagne sind 50 Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsinstituten beteiligt.

Mackes Projekt "PASCAL" will die Prozesse hinter dem schwindenden Polareis untersuchen, um das dramatische Abschmelzen der Eisfläche besser vorhersagen zu können.


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