Dieser globalen Bedrohung sagen Leipziger Forscher jetzt den Kampf an

Leipzig - Eine weltweite Gefahr für Millionen Menschen: Antibiotika in den Böden fördern multiresistente Keime. Leipziger Forscher wollen nun uns und unsere Böden retten.

Eine Petrischale mit multiresistenten Keimen, Universitätsklinikum Regensburg.
Eine Petrischale mit multiresistenten Keimen, Universitätsklinikum Regensburg.  © dpa/Armin Weigel

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig forscht derzeit an Ansätzen, wie Chemikalien aus landwirtschaftlich genutzten Böden abgebaut werden können.

Dabei spielen Mikroorganismen wie Bakterien eine entscheidende Rolle.

Wie das genau funktioniert, erklärt Helmholtz-Forscherin Dr. Anja Worrich dem MDR:

"Eine Strategie könnte sein, sich genau diese Bakterien herauszusuchen, die eine gute Fähigkeit haben, Antibiotika abzubauen und diese in angereicherter Form dem Boden zurück zu geben."

Die Versuche im Helmholtz-Zentrum erfolgen mit Hilfe von im Labor gezogener Salatpflanzen, die mit markierten Antibiotika versehen sind.

In die direkte Umgebung ihrer Wurzel werden dann Bakterien gesetzt, so Worrich.

Die daraus folgende chemische Reaktion wird durch ein Massenspektrometer beobachtet. Dieses Verfahren misst die Masse von Atomen oder Molekülen.

"Mit dieser Methode können wir eben nachweisen, wo diese markierten Antibiotika gelandet sind. Ob sie tatsächlich in der Pflanze aufgenommen wurden oder ob sich Mikroorganismen, die sich zum Beispiel auf der Wurzel in Form von Biofilm befinden oder im Boden ganz dicht um die Wurzel herum, diese Stoffe abgebaut haben und in ihre eigene Biomasse eingebaut haben.", sagt die Forscherin.

Durch die Landwirtschaft und unseren Lebensstil landen einige Schadstoffe wie Schwermetalle und Pestizide ungefiltert im Erdboden.

Dabei können Rückstände von Antibiotika aus der Massentierhaltung im Boden für uns gefährlich sein, besonders wenn sie zusammen mit Schwermetallen vorkommen.

Keime können dadurch Resistenzen entwickeln und zu sogenannten multiresistenten Keimen werden. Durch die auf dem Acker angebaute Nahrung nimmt der Mensch diese Resistenzen wieder auf. Die Folge ist, dass Medikamente bei einer Infektion mit resistenten Keimen nicht mehr wirken.

Schon jetzt sterben viele Menschen weltweit durch solche resistenten Keime. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass im Jahr 2050 etwa zehn Millionen Menschen daran sterben werden.

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