Justiz schützte ihn! Das ist Sachsens schlimmster Kinderschänder

Am Mittwoch beginnt in Leipzig der Prozess gegen den Kinderschänder.
Am Mittwoch beginnt in Leipzig der Prozess gegen den Kinderschänder.  © Polizei Leipzig

Leipzig - Dieser Fall sorgte für große Empörung: Im Herbst 2016 wurde eine Zehnjährige in Leipzig auf dem Schulweg überfallen und sexuell missbraucht.

Obwohl schnell ein Phantombild des Täters erstellt wurde, wollte die Justiz verhindern, dass es im Internet veröffentlicht wird. Der massiv vorbestrafte Triebtäter missbrauchte in der Folge drei weitere Kinder.

Ganz in Schwarz gekleidet, hatte Andy S. (32) dem Mädchen am frühen Morgen des 27. Oktober 2016 in Mockau aufgelauert. Er zerrte die Schülerin ins Gebüsch und verging sich brutal an ihr. Mithilfe des Kindes konnte die Kripo schon am nächsten Tag ein Phantombild erstellen.

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Hinter dem Phantom verbarg sich einer der gefährlichsten Kinderschänder Sachsens. Wie TAG24 von der Staatsanwaltschaft Zwickau erfuhr, wurde der aus Schlema stammende Informationstechniker bereits im Jahr 2008 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 21 Fällen und weiteren 17 "normalen" Missbrauchsfällen vom Landgericht der Muldestadt zu sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Im Mai 2013 kam Andy S. wieder auf freien Fuß.

Völlig unverständlich: Obwohl die Polizei 2016 schnell das Phantombild hatte, verhinderte ein Richter die effektive Fahndung. Das Bild, so hieß es in seinem Beschluss, dürfe nur in regionalen Druckmedien veröffentlicht werden, nicht im Internet! Hintergrund: Der Richter wertete die Persönlichkeitsrechte des Täters höher als den Schutz potenzieller Missbrauchs-Opfer!

Und es passierte, was hätte nicht passieren dürfen: Bis zu seiner Festnahme im Juni 2017 soll Andy S. noch drei weitere Kinder - zwei Mädchen (5, 8) und einen Jungen (8) - schwer missbraucht haben. So steht es in der Anklage, die dem Kinderschänder im Zeitraum von der Haftentlassung bis Juni 2017 insgesamt 67 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vorwirft.

Am Mittwoch beginnt in Leipzig der Prozess.

Der Tatort: An dieser Straßenkreuzung in Mockau lauerte der Triebtäter dem Mädchen auf, zog es ins Gebüsch und verging sich an der Zehnjährigen.
Der Tatort: An dieser Straßenkreuzung in Mockau lauerte der Triebtäter dem Mädchen auf, zog es ins Gebüsch und verging sich an der Zehnjährigen.  © Alexander Bischoff

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0