Leipzig: Sexuelle Übergriffe durch ehemaligen Barkeeper?

Leipzig - Ein ehemaliger Barkeeper der beliebten Leipziger Kneipe "Goldhorn" wird des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Das Arbeitsverhältnis wurde mittlerweile beendet. Die Bar hat ein Statement abgegeben.

Mit Alkohol soll der Mann weibliche Gäste gefügig gemacht haben.
Mit Alkohol soll der Mann weibliche Gäste gefügig gemacht haben.  © 123RF/pressmaster

Anfang Februar hatte eine unbekannte Frau einen Aushang in unmittelbarer Nähe der Kneipe auf der Eisenbahnstraße aufgehängt, in der ein Mitarbeiter beschuldigt wurde, die Verfasserin gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben.

Im Detail soll der Mitarbeiter die Unbekannte mit Alkohol gefügig und dann mit nach Hause genommen haben. Allerdings haben die angeblichen Vorfälle zu keiner Zeit im "Goldhorn" selbst stattgefunden.

Nun hat das "Goldhorn" ein Statement zu dem Vorfall auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht.

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"In einem außerplanmäßigen Treffen des Goldhorn-Teams hat uns der beschuldigte Mitarbeiter Rede und Antwort gestanden. In Folge dessen wurde das Arbeitsverhältnis beendet", schreibt die Kneipe in einem Post. Nach TAG24-Informationen hatte der Mitarbeiter selbst gekündigt, um die Kneipe zu schützen.

Der Vorfall soll sich wohl schon 2016 ereignet haben - zu diesem Zeitpunkt habe der Beschuldigte aber noch gar nicht als Barkeeper in den Räumlichkeiten gearbeitet und die Kneipe sei wegen Bauarbeiten auch geschlossen gewesen.

Nichtsdestotrotz spricht das "Goldhorn" der betroffenen Person ihre Solidarität aus.

Deutliche Konsequenzen: "Goldhorn" will weitere Vorfälle vermeiden

"Wir als Goldhorn begreifen uns als einen Ort, an dem sich Menschen sicher und respektvoll begegnen und wo gegenseitig aufeinander geachtet wird. Dies ist die Grundlage für uns, als Betreiber*innen und Angestellte, verantworten zu können, dass Alkohol getrunken wird und dabei auch Grenzen der Zurechnungsfähigkeit eigenverantwortlich berührt werden", heißt es weiter in dem Statement.

Vor allem der Vorwurf, der Mitarbeiter habe häufiger den im "Goldhorn" ausgeschenkten Alkohol dazu verwendet, Frauen ihm gegenüber gefügig zu machen, trifft die Kneipe schwer. "Derartige Handlungen widersprechen absolut unserem Werteverständnis und hätten im entsprechenden Fall deutliche Konsequenzen", so das Goldhorn.

Da nicht auszuschließen ist, dass auch weitere Frauen ähnliche Erfahrung machen mussten, hat das "Goldhorn" eine Mailadresse eingerichtet, an die sich Betroffene wenden können: awareness.goldhorn@gmail.com.

Zukünftig wolle man sich mehr mit dem Thema sexualisierte Gewalt und Konfliktmanagement auseinandersetzen, um Vorfälle wie diesen vermeiden zu können.

UPDATE: Richtigstellung

In einer ersten Version des Textes wurde von uns fälschlicherweise geschrieben, der oder die Übergriffe hätten im "Goldhorn" stattgefunden. Dies entspricht nicht der Wahrheit und wurde umgehend geändert.

Die angeblichen Vorfälle sollen sich vor seiner Anstellung als "Goldhorn"-Barkeeper zugetragen haben, wodurch die Bar selbst nicht involviert war, sich aber nach den Anschuldigungen gezwungen sah, sich zu Wort zu melden.

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