Leipziger Elefantenbaby bekommt Ersatzmilch: "Das gibt es in keinem anderen Zoo"

Leipzig - Die ersten vier Wochen hat das süße Elefantenbaby im Leipziger Zoo unbeschadet überstanden. Nach wie vor fehlt es aber an der Zuneigung ihrer Mutter Hoa (33). Die gibt ihrem Jungtier zu allem Überfluss auch noch zu wenig Milch, wodurch der kleine Bulle mit Ersatznahrung gefüttert werden muss. Diese Situation ist in der zoologischen Aufzucht von Dickhäutern wohl einmalig.

Hoas Elefantenbaby wird mit eigens gemischter Ersatzmilch gefüttert, wenn die 33-jährige Kuh selbst zu wenig Milch zur Verfügung stellt.
Hoas Elefantenbaby wird mit eigens gemischter Ersatzmilch gefüttert, wenn die 33-jährige Kuh selbst zu wenig Milch zur Verfügung stellt.  © Zoo Leipzig

Nach den komplizierten letzten Tagen mit Problemen, das Gewicht des Elefantenbabys sukzessive auf aktuell rund 90 Kilogramm zu steigern, geht es jetzt langsam bergauf - allerdings nur mit der Hilfe von Ersatzmilch. Zudem wird dem kleinen Dickhäuter auch spezielles mit Elektrolyten angereichertes Wasser gegeben. Das habe allerdings "nicht den Nährwert", sagt Tierpfleger Thomas Günther. Für sein Gesamtgewicht sei diese Flüssigkeit gut, "spielt aber für den Muskelaufbau und Fitness keine Rolle."

Regelmäßig wird die aus Wasser, Milchpulver und Kokosfett gemixte Ersatzmilch hergestellt und dem Kleinen nah an den mütterlichen Zitzen verabreicht. Tierpfleger Günter: "Es gibt keinen Zoo, wo das Jungtier über 14 Tage bei der Mutter getrunken hat und dann mit Ersatzmilch ernährt wurde." In Leipzig ist genau dies nun aber der Fall. Seitdem ist der Jungbulle aber auch aktiver im Gehege unterwegs.

"Hoa hatte offenbar nicht mehr genügend Milch, sodass wir unterstützend eingreifen mussten. Dass er trotzdem weiterhin bei Hoa trinkt, verschafft ihm über die Muttermilch die bestmögliche Nahrung, und dass er die Ersatzmilch bislang verträgt, fördert seine Entwicklung zusätzlich", schätzt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold ein.

Noch keine Entwarnung - Tanten sollen Aufzucht übernehmen

Herdenzusammenführung: Die Tanten Don Chung und Rani (r.) sollen die Aufzucht des kleinen Elefantenbullen übernehmen, der gerade bei Mutter Hoa trinken will.
Herdenzusammenführung: Die Tanten Don Chung und Rani (r.) sollen die Aufzucht des kleinen Elefantenbullen übernehmen, der gerade bei Mutter Hoa trinken will.  © Zoo Leipzig

Eine Entwarnung seinerseits gibt es aber nach wie vor nicht, käme auch noch zu früh.

"Der Trend stimmt gegenwärtig, aber über die kritische Phase sind wir mit Blick auf die dauerhafte Versorgung mit Milch und das artgemäße Leben in der Elefantengruppe noch längst nicht hinweg." Die nächsten Tage und Wochen bleiben also aufregend und für Baby, Mutter sowie Pfleger kräftezehrend.

Die Zusammenführung mit den Tanten des Jungtiers, Don Chung (36) und Rani (8), geht nur in kleinen Schritten voran. Die beiden kinderlosen Kühe sollen aufgrund des fehlenden Interesses von Mutter Hoa die Aufzucht des Bullen übernehmen. Das weibliche Duo hat unter Aufsicht der Pfleger regelmäßig die Gelegenheit, den Herdennachwuchs kennenzulernen. "Wir dürfen die Geduld nicht verlieren und müssen akzeptieren, dass die Dickhäuter ihr eigenes Lerntempo haben", sagt Zoodirektor Junhold.

Der Elefantentempel bleibt weiterhin geschlossen, um die Entwicklungen weiter weitestgehend ungestört vorantreiben zu können. Der Zoo bittet dafür um Verständnis.

Die komplette "Elefant, Tiger & Co."-Sendung vom Freitag im Video:

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