Leipzigs früherer FDP-Chef wegen Untreue vor Gericht

Leipzig - Er stieg schnell auf, fiel dann aber tief: Leipzigs früherer FDP-Chef und OB-Kandidat Dr. Ulrich Keßler (58) beschäftigt seit mehr als zehn Jahren die Justiz.

Seine Karriere als FDP-Chef liegt schon lange zurück, trotzdem beschäftig Dr. Ulrich Keßler die Leipziger Justiz.
Seine Karriere als FDP-Chef liegt schon lange zurück, trotzdem beschäftig Dr. Ulrich Keßler die Leipziger Justiz.  © Ullstein

Die Staatsanwaltschaft wirft dem einstigen Staranwalt Untreue vor. Der Ex-Politiker sieht sich hingegen als Opfer einer staatlichen Intrige - und hat darüber sogar ein Buch geschrieben. Morgen versucht das Landgericht Leipzig im vierten Anlauf, die Vorwürfe zu klären.

In der Sache geht es um knapp 70. 000 Euro, die Anwalt Keßler im Auftrag zweier Firmen 2008 treuhänderisch verwalten sollte. Laut Anklage soll er das Geld jedoch beiseitegeschafft haben - möglicherweise, um private Schulden zu tilgen.

Seit 2011 versucht das Landgericht, den Fall zu verhandeln. Doch immer, wenn der Prozess anstand, meldete sich Keßler krank. In seinem Internet-Blog bezeichnet der einstige FDP-Chef seine Verhandlungsunfähigkeit als "Langzeitwirkung der weißen Folter“ durch die Justiz.

Seine Verteidigungsschrift brachte Keßler stattdessen 2018 in Buchform heraus. Titel: "Der hybride Rechtsstaat“.

Darin beschreibt sich der aus dem Saarland stammende FDP-Politiker, der in jenem Jahr angeklagt wurde, als Sachsen eine schwarz-gelbe Regierung bekam (2009), als Opfer der "herrschenden politischen Kaste“.

Vor dem Landgericht Leipzig wird der Fall Keßler behandelt.
Vor dem Landgericht Leipzig wird der Fall Keßler behandelt.  © imago images / Dirk Sattler

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