Notstand! Wegen schwangerer Hebammen Geburtenstop in diesem Kreißsaal

Leisnig - Drastische Maßnahme: Wegen Personalmangel muss das Helios-Klinikum Leisnig für mehr als zwei Wochen seine Geburtenstation dichtmachen. Ein Großteil der Hebammen ist krank oder schwanger! Kein Einzelfall in Sachsen.

Schwangere, die ihr Kind im Klinikum Leisnig bekommen wollen, müssen sich derzeit ein anderes Krankenhaus suchen.
Schwangere, die ihr Kind im Klinikum Leisnig bekommen wollen, müssen sich derzeit ein anderes Krankenhaus suchen.  © Ove Landgraf, dpa/Caroline Seidel

Seit Sonnabend - und noch bis 2. Mai, 6 Uhr - sind die Kreißsäle im Leisniger Klinikum geschlossen. Die Klinik wusste sich nicht anders zu helfen: "Aufgrund von Schwangerschaften und Krankheit fällt derzeit ein Großteil unserer Hebammen aus", so Dr. Stefan Schwaiger, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe. Es könnten nicht mehr alle Schichten besetzt und die Rundumbetreuung der Schwangeren gewährleistet werden.

Aufgrund der Osterfeiertage und der anstehenden Ferienzeit hätte es zudem nicht geklappt, das Hebammenteam kurzfristig aufzustocken. Im Klartext: Schwangere müssen für mehr als zwei Wochen auf andere Krankenhäuser ausweichen.

Ab 2. Mai sei das Team dann wieder gut aufgestellt. Alle zur Geburt angemeldeten Frauen wurden persönlich informiert, hieß es. Die Klinik mit drei Kreißsälen betreut jährlich etwa 500 Geburten.

Kein Einzelfall: Das Rudolf Virchow Klinikum in Glauchau musste im Februar seine Geburtenstation ebenfalls wegen Personalmangels notgedrungen zwei Wochen schließen. Vier von acht Hebammen waren krankheitsbedingt ausgefallen.

Versuche, das Hebammen-Team kurzfristig aufzustocken, seien wegen des bundesweiten Hebammenmangels fehlgeschlagen, hieß es damals von der Klinik. Die Klinik in Leisnig ist nun guter Hoffnung, dass ab 2. Mai das Babygeschrei im Kreißsaal wieder losgeht...

Es können schlicht nicht alle Schichten mit Hebammen besetzt werden, so Chefarzt Dr. Stefan Schwaiger.
Es können schlicht nicht alle Schichten mit Hebammen besetzt werden, so Chefarzt Dr. Stefan Schwaiger.  © Helios Klinik Leisnig

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