Nach Geiselnahme in Turnhalle: Wollte der Täter eine Bombe zünden?

Lengerich - Im Fall der Geiselnahme Dutzender Kinder in einer Turnhalle in Lengerich (TAG24 berichtete) hat der Täter nach ersten Erkenntnissen der Polizei mit dem Zünden einer Bombe gedroht.

Mit mehreren Polizeiautos wurde das Gebiet um die Turnhalle herum abgesperrt.
Mit mehreren Polizeiautos wurde das Gebiet um die Turnhalle herum abgesperrt.  © DPA

Nach etwa einer Stunde konnte am Montag ein 25 Jahre alter Verdächtiger von Spezialeinheiten der Polizei Münster überwältigt und festgenommen werden.

Die 43 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sowie ihre beiden Betreuerinnen blieben unverletzt.

Der Verdächtige habe keine Waffen bei sich gehabt und es sei auch kein verdächtiger Gegenstand in der Sporthalle gefunden worden.

Der Täter wird zurzeit vernommen. Was das Motiv des Mannes gewesen sein könnte, ist noch unklar.

Die Ermittler gehen aktuell auch Hinweisen auf eine psychische Erkrankung des Mannes nach.

UPDATE, 9.51 Uhr: Laut Angaben der Polizei seien für Dienstag weitere Vernehmungen geplant.

UPDATE, 13.28 Uhr: Bereits Ende Dezember war der Geiselnehmer in den Blickpunkt der Polizei geraten. Nach Angaben eines Sprechers von Dienstag hatte der 25-Jährige Ende 2018 einen Suizid angekündigt. Daraufhin wiesen die Behörden ihn vorläufig zum Selbstschutz in die Psychiatrie ein.

Dort drohte der Mann nach Polizeiangaben mit einer Bombe. Daraufhin durchsuchten Beamte sein Hotelzimmer im Münsterland, fanden allerdings nur handelsübliches Silvesterfeuerwerk.

UPDATE, 17 Uhr: "Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Beschuldigte die Turnhalle und die darin trainierende Gruppe wahllos für seine Tat ausgesucht", erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt in Münster. "Die seit gestern vorliegenden Hinweise auf eine psychische Erkrankung konkretisierten sich im Rahmen der Ermittlungen. Der Antrieb für sein Handeln liegt vermutlich in seiner Absicht aus dem Leben zu scheiden."

"Auf der Grundlage eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens hat die Staatsanwaltschaft Münster beim Amtsgericht Münster die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes beantragt", erläuterte der Oberstaatsanwalt weiter. "Das Amtsgericht folgte dem Antrag und ordnete die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in einer forensischen Klinik an".

Die betroffenen Schüler und Betreuerinnen wurden durch Notfallseelsorger betreut.

Auch vor der Turnhalle ging die Polizei in Stellung.
Auch vor der Turnhalle ging die Polizei in Stellung.  © DPA

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