Krach in Zahlen: So viele Leipziger leiden unter Nacht-Fluglärm

Eine Maschine vom Typ Antonov ist auf dem Flughafen Leipzig/Halle unterwegs zur Startbahn.
Eine Maschine vom Typ Antonov ist auf dem Flughafen Leipzig/Halle unterwegs zur Startbahn.  © Ralf Seegers

Leipzig - Wenn nachts die Flieger über das Haus donnern, können Tausende Leipziger nicht schlafen. Jetzt gibt es zum Fluglärm-Problem auch eine konkrete Zahl: 2000 Leipziger sind in den Nachstunden von Fluglärm betroffen.

In Schkeuditz, Schkopau und Kabelsketal soll die Zahl noch deutlich höher liegen. Dies erfuhren die Beteiligten des Dialogforums Flughafen Leipzig/Halle am Montag.

Da der Leipziger Airport mit über 50.000 Bewegungen pro Jahr als Großflughafen geführt wird, besteht die Pflicht zur Fluglärmkartierung 2017.

Dabei werden Betroffenheitsstatistiken sowie Lärmkarten für den 24-Stunden- und den Nachtzeitraum berechnet und erstellt. Als Ausgangsdaten dienen die Flugbewegungen aus dem vergangenen Jahr.

Im 24-Stunden-Zeitraum liegt die niedrigste Lärmkategorie bei über 55 bis 60 Dezibel. Für Nachtflüge ist die niedrigste Klasse bei über 45 bis 50 Dezibel angesiedelt.

Kleiner Blick über den Tellerrand: Geht es um Verkehrslärm, gibt das Umweltbundesamt eine Grenze von 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht an. Diese sogenannten Mittelungspegel sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht überschritten werden.

Gegenüber der letztmaligen Lärmkartierung sei die Betroffenheit etwas zurückgegangen, berichtet das Umweltdezernat der Stadt Leipzig vom Dialogforum. Dies sei auf den veränderten Flottenmix zurückzuführen.

Kein Bestandteil der Lärmkartierung ist der Bodenlärm. Zur Start- und Landebahn rollende Flugzeuge oder Triebwerksprobeläufe belasten besonders die angrenzenden Leipziger Ortsteile. Hier erhofft sich das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie durch neue Messdaten wichtige Erkenntnisse zur Bodenlärm-Reduzierung.

Gemessen wird die Entwicklung des 2015 und 2016 angepflanzten Lärmschutzwaldes nördlich des Schkeuditzer Ortsteils Papitz und östlich des Grenzgrabens Leipzig-Lützschena. "Bisherige Untersuchungen zur Schutzwirkung eines Waldes zeigen, dass eine Mindesttiefe von 100 Metern notwendig ist, um den Schall zu mindern", so Uwe Wollmann vom zuständigen Fachbereich Klima, Luft, Lärm, Strahlen im Landesamt.

Das Dialogforum Flughafen Leipzig/Halle findet auf Initiative der Stadt Leipzig seit 2009 statt. Mit dabei sind Vertreter von DHL, des Flughafens Leipzig/Halle, der Leipziger Stadtverwaltung sowie der Kommunalpolitik.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0