Lesben- und Schwulenverband kritisiert Moschee-Vereine

Teilnehmer der Demonstration des Lesben- und Schwulenverband LSVD auf dem Wittenbergplatz 2015.
Teilnehmer der Demonstration des Lesben- und Schwulenverband LSVD auf dem Wittenbergplatz 2015.  © DPA

Berlin - Zum Tag gegen Homophobie an diesem Mittwoch hat der Berliner Lesben- und Schwulenverband eine Abschottung großer Moscheevereine gegenüber dem Thema Homosexualität beklagt.

"Jenseits einer Behauptungsrhetorik tut sich da im praktischen religiösen Leben leider überhaupt nichts", kritisierte Geschäftsführer Jörg Steinert.

Ein weiteres Problem sieht Steinert in der Zwangsverheiratung schwuler Muslime. Anders als für junge Mädchen und Frauen gebe es für sie in Berlin kaum Schutz und auch keine Krisenwohnung als Fluchtpunkt.

"Bei uns suchen jeder Jahr bis zu zehn Männer Hilfe", berichtet er. Oft seien Männer Ende 20 betroffen, denen anders als Mädchen und jungen Frauen länger Freiräume gewährt würden.

Dann aber werde auch bei ihnen Zwang zu einer Eheschließung eingesetzt. Im Berliner Koalitionsvertrag sei zwar eine Krisenwohnung für sie festgeschrieben, bisher gebe es sie aber noch nicht.

Mehr Zusammenarbeit sieht er dagegen mit dem liberal-islamischen Bund und dem Türkischen Bund.

Auch alevitische Gemeinden seien oft liberaler eingestellt als die großen Moscheevereine in der Hauptstadt.


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