Potsdamer OB zu Besuch auf Lesbos: "Schande für Europa!"

Potsdam - Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat nach einem Besuch des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos die Bundesregierung zum sofortigen Handeln aufgefordert.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat gerade die griechische Insel Lesbos besucht.
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat gerade die griechische Insel Lesbos besucht.  © dpa/Zentralbild/Soeren Stache

"Es gibt 140 Städte in Deutschland, die bereit sind, hier sofort 500 Kinder herauszuholen", sagte Schubert am Freitagabend in einem Video auf Twitter. "500 unbegleitete Kinder unter 14 Jahren sind in den griechischen Hotspots behördlich registriert", twitterte er zuvor. "Und 500 Plätze für unbegleitete Kinder haben deutsche Städte angeboten. Wir könnten helfen."

Man könne es nicht mehr bei Appellen belassen, betonte Schubert. "Wir brauchen dringend entweder eine Bundesratsinitiative oder eine sofortige Lösung der Bundesregierung." Wer die Zustände etwa auf Lesbos gesehen habe, der wisse, dass nicht länger gewartet werden dürfe. "Das, was wir hier sehen, kann man eigentlich nur als eine Schande für Europa bezeichnen."

Er erwarte, dass es nicht einfach nur Gespräche gebe, "sondern, dass es endlich Lösungen gibt", sagte der Oberbürgermeister. "Wir haben lange genug geredet."

Schubert gehört einer Delegation an, die am Donnerstag für drei Tage nach Griechenland gereist war. Der Besuch wurde von der Bewegung Seebrücke und der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) initiiert, um ein Zeichen für Humanität zu setzen. Die Situation vieler Menschen in den überfüllten Migrantenlagern auf den griechischen Ostägäisinseln ist dramatisch.

Die Organisation Seebrücke hatte sich im Sommer 2018 gegründet und fordert die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sichere Fluchtwege und sichere Häfen für Flüchtlinge. Auf ihrer Internetseite führt sie inzwischen knapp 140 "Sichere Häfen in Deutschland" auf - Städte, Gemeinden und Kommunen, die sich mit ihr solidarisch erklärt haben.

Im Rahmen der Bewegung entstand das kommunale Bündnis "Städte Sicherer Häfen", dem 13 Städte angehören, darunter Potsdam.

Der Besuch des Flüchtlingslagers Moria wurde von der Bewegung Seebrücke und der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) initiiert, um ein Zeichen für Humanität zu setzen.
Der Besuch des Flüchtlingslagers Moria wurde von der Bewegung Seebrücke und der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) initiiert, um ein Zeichen für Humanität zu setzen.  © dpa/Angelos Tzortzinis

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