Bahnhofs-Fassade bleibt dunkel!

Vorbild (Foto oben): Leuchfassade eine Nummer größer - die Allianz-Arena in München.
Vorbild (Foto oben): Leuchfassade eine Nummer größer - die Allianz-Arena in München.

Von Falk Ester

Chemnitz - Chemnitz bekommt seinen Hauptbahnhof nicht zum Leuchten: Die Hightech-Luftkissenfassade (siehe „Stichwort Leuchtfassade“) à la Münchner Allianz-Arena sollte in den nächsten Wochen den Bahnhof anstrahlen. Nun knipst Geldmangel dem Projekt das Licht aus - vorerst.

Die geplante Leuchtfassade (Kosten: 300.000 Euro) ist die Krönung des Bahnhofumbaus, für den allein der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) unter Chef Harald Neuhaus (58) rund 32 Millionen Euro berappt.

„Echtes Großstadtfeeling mit spannender Illumination“, frohlockte Ex-Baubürgermeisterin Petra Wesseler (51, parteilos) bei der Vorstellung der Pläne 2012.

Rechts: Die Bahnhofsfassade aus Luftkissen aktuell-grau. So könnte der Bahnhof aussehen. Auch Bildprojektionen sind möglich - sofern LEDs reinkommen (Abb. links).
Rechts: Die Bahnhofsfassade aus Luftkissen aktuell-grau. So könnte der Bahnhof aussehen. Auch Bildprojektionen sind möglich - sofern LEDs reinkommen (Abb. links).

Und nun? VMS-Sprecherin Silke Dinger (42):
„Ursprünglich war vorgesehen, die Fassade mit Fertigstellung der Baumaßnahme zu beleuchten. Die Fassade konnte Ende 2013, die letzten Bauarbeiten werden Mitte 2015 fertig gestellt werden.“

Und wann soll die Fassade strahlen? Sprecherin Dinger: „Voraussichtlich im Dezember 2015 sollen die LEDs den Bahnhof beleuchten. Voraussetzung, der VMS kann bis dahin die Finanzierung sichern.“

Als Ursache für die Verzögerung nennt Frau Dinger Querelen um Fördermittel: „Der VMS war davon ausgegangen, dass auch die Beleuchtung der aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangenen Fassadengestaltung förderfähig ist.

Pressekonferenz zum "Chemnitzer Modell/Erste Einfahrt in den Hauptbahnhof". OB Barbara Ludwig (links) und Dr. Harald Neuhaus (VMS-Geschäftsführer).
Pressekonferenz zum "Chemnitzer Modell/Erste Einfahrt in den Hauptbahnhof". OB Barbara Ludwig (links) und Dr. Harald Neuhaus (VMS-Geschäftsführer).

Dafür gab es aber keinen positiven Bescheid. Zugunsten anderer, wichtigerer Projekte - wie Eigenmittel für die Beschaffung der Fahrzeuge - wurde zunächst auf die sofortige Montage des LED-Systems mit Lämpchen und Steuerung verzichtet.“ Fazit: Alles ist offen.

Stichwort Leuchtfassade

Die Fassade besteht aus rund 100 mattierten Luftkissen mit einer Gesamtfläche von 3800 Quadratmetern. Zwei Kompressoren drücken Luft in die Kissen. Im Bereich der Ecke Georg-/Mauerstraße ist die Beleuchtung der Kissenfassade geplant. Elektriker sollen 3850 einzeln ansteuerbare LED-Lichtpunkte einbauen.

Vom Schriftzug bis zum Zeigen von Bildern wäre dann alles möglich.

Fotos: Heinz Patzig, Grüntuch Ernst, imago, Meinhold, Haertelpress; Montage: MOPO24


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